Wohnen auf 1.000 Quadratmetern

Jana und Lars („GoMokry“) sind zwei der künftigen Bewohner des Altbaus in der Mokrystraße 1-3. Foto: cvs

Alternatives Nutzungskonzept: Baugemeinschaft
bezieht sanierten Altbau im Reiherstiegviertel

Von Christopher von Savigny.

Sie haben sich ihren Traum vom gemeinschaftlichen Wohnen erfüllt: Knapp 40 junge Leute im Alter zwischen 20 und 35 Jahren wollen im Frühsommer dieses Jahres den dann voraussichtlich fertig sanierten Altbau an der Ecke Mokrystraße/Vogelhüttendeich beziehen.
Das über 100 Jahre alte Haus bietet insgesamt 1.000 Quadratmeter Wohnfläche und soll zum Teil auch interessierten Anwohnern offen stehen. Zu diesem Zweck wird die ehemalige Eck- kneipe im Erdgeschoss zu einem Treffpunkt umgebaut.
Wenn von ihrem Wohnprojekt die Rede ist, geraten Jana und Lars, Mitglieder der Gruppe „GoMokry“ und künftige Mieter des Etablissements, schnell ins Schwärmen. „Wir empfinden es als große Bereicherung, zusammen zu wohnen“, sagt Lars, der derzeit noch auf der Veddel lebt. „Und Wilhelmsburg hat als Viertel einfach sehr viel Potenzial.“

Fundament musste mit fast 100 Pfählen stabilisiert werden


Die Gruppe hatte sich beim Bauherrn, der Projektgesellschaft „impuls 21“, mit einem vielseitigen Nutzungskonzept durchgesetzt, das weitläufige, durchgängige Wohnbereiche mit Gemeinschaftszimmern, mehreren Küchen und Kinderzimmern vorsieht. Außerdem ist geplant, einen abgetrennten Bereich an
einen sozialen Träger zu vermieten, der Wohnungen an obdachlose Frauen vergibt.
Interessant ist die Form der Finanzierung, die zu einem wesentlichen Teil von der deutschlandweit aktiven Kooperative „Mietshäuser Syndikat“ übernommen wird. „Das gibt uns einen gewissen finanziellen Rückhalt“, so Jana.
Für die Sanierung des Gebäudes hatte Konrad Grevenkamp, Geschäftsführer der „impuls 21“, enorm viel Aufwand betrieben: So musste das Fundament mit knapp 100 Pfählen, die zehn
Meter tief im Boden sitzen, neu stabilisiert werden. Viel Zeit und kreative Energie kostetet auch der Dachgeschossausbau. Grevenkamp: „Dafür brauchten wir extra eine Baugenehmigung, deshalb haben die Bauarbeiten insgesamt länger gedauert als geplant.“
Die Gruppe „GoMokry“ habe er unter mehreren Bewerbern ausgesucht. „Sie machen sich viele Gedanken um das Zusammenleben, aber auch um die Umwelt und die Gesellschaft. Das hat mir gefallen!“, berichtet der Bauherr.
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