Wilhelmsburgs gläsernes Studio

Radio-Macher Thomas Böttger eröffnet nächste Woche sein gläsernes Studio in der Fährstraße. Damit erfüllt sich der 54-Jährige einen Lebenstraum.

Nächsten Mittwoch geht das Insel-Radio in der Fährstraße auf Sendung

Sieben Jahre ist es her, seit Thomas Böttger mit seinem Internet-Radio im Wochenblatt vorgestellt wurde. Der Wilhelmsburger, der seine Sendungen aus dem heimischen Wohnzimmer moderierte, hatte schon damals einen Traum: Ein gläsernes Studio wie bei Radio Hamburg. Jetzt hat sich der 54-Jährige seinen größten Wunsch erfüllt: Am Mittwoch, 27. März, geht Böttger mit seinem Insel-Radio auf Sendung – erstmals
live aus dem neuen gläsernen Studio in der Fährstraße 58.
Böttger ist Radio-Macher aus Leidenschaft. Mit sonorer Stimme und breitem Hamburger
Dialekt moderiert er freitagabends seine Sendung „Locker vom Hocker“, organisiert Gast-Beiträge, gibt Neu-Moderatoren Tipps und kümmert sich um die Technik. Das Web-Radio ist sein Hobby, verdient hat er damit bis heute nichts, ganz im Gegenteil. Doch das soll nun anders werden: „IBA und igs haben mich auf die Idee gebracht, mein kleines Projekt nach außen zu öffnen“, erzählt er. Künftig will er von morgens bis mittags live senden, Gäste interviewen und über Themen und Veranstaltungen berichten, die in Wilhelmsburg gerade aktuell sind. Durch das große Schaufenster kann – und soll – ­ jeder ins Studio gucken und Böttger bei der Arbeit beobachten können.
Als Hartz-IV-Empfänger waren die finanziellen Möglichkeiten für seinen Traum zwar begrenzt, doch Böttger verstand sich gut mit seinem Arbeitsberater im Jobcenter, der seinen Plan vom Selbstständigmachen mit einer Anschubfinanzierung unterstützte. „Davon konnte ich die Mietkaution für das Studio zahlen“, so Böttger. Mehr Geld brauchte er nicht, die Renovierung und den Ausbau der kleinen Wohnung zum Studio erledigte er selbst. „Ich bin jetzt Hartz-IV-Empfänger mit Gewerbeschein“, erzählt er stolz.
Nun muss es nur noch mit dem Verkauf der Werbe-Jingles klappen, die sein Web-Radio langfristig finanzieren sollen. „Die örtlichen Gewerbetreibenden können in meinen Sendungen für sich werben, die Jingles dafür mach ich selbst“, erläutert er sein Vorhaben.
Das Insel-Radio soll ein Sprachrohr für die Wilhelmsburger werden. Böttger: „Jeder kann bei mir mitmachen, entweder mit eigener Sendung oder mit guten Themen und Ideen.“
www.das-insel-radio.de
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