Wilhelmsburger Reichsstraße und die Internationale Gartenschau 2013

Als die IGS geplant war, gab es keine Planung der Stadt, die Reichsstraße zu verlegen. Im IGS Rahmenplan vom 21.11.2007 wurde die Reichsstraße als "Inselpassage mit Thema Lärmschutz" markiert (siehe kopierte Grafik).
"Zur Reichsstraße und zum Bahngelände ist umfangreicher Lärmschutz vorgesehen" heißt es in einem Bericht des Hamburger Abendblatts vom 29.9.2007.

Es entspricht nicht der Wahrheit, wenn der Planer der igs Wolfgang Denien nun im Wochenblatt behauptet "Wir hatten zu Beginn der Planungen fest damit gerechnet, dass die Reichsstraße 2013 verlegt sein wird".

Erst Ende 2007 und 2008 änderten sich die Positionen: Die IBA wollte die Reichsstraße ganz aufheben und statt dessen eine Straßenverbindung westlich um die Insel herum führen, die Koalition von CDU und GAL entschied sich für eine Verlegung der Reichsstraße an die Bahn, die nach den Plänen wie eine Autobahn ausgebaut sein soll.

Als Hauptbegründung wurde gegenüber dem zahlenden Bundesverkehrministerium die igs angegeben, die bessere Erlöse brächte ohne eine durch sie hindurch führende Straße.

Nach einem Bericht des Abendblatts vom 21.4.2008 war es aber auch damals völlig ungewiss, ob die Reichsstraße tatsächlich igs zur Gartenschau verlegt sein könnte.

Heiner Baumgarten wird zitiert "Ich schlage deshalb vor, für das halbe Jahr der Internationalen Gartenschau die Wilhelmsburger Reichsstraße im Abschnitt südlich der Mengestraße für den Verkehr komplett zu sperren."

Der voraussehbare Fall ist nun eingetreten: Die Reichsstraße liegt da, wo schon zu Beginn der Planungen für die igs lag. Und die igs hat nicht für einen Lärmschutz gesorgt, der mit einer Gartenschau vereinbar wäre.

EIN BISSCHEN SPERRUNG

Was tun?
Die igs ist für eine Sperrung, die Wirtschaft dagegen. Das Ergebnis liegt dazwischen: LKW sollen zwischen 9 und 22 Uhr zwischen Kornweide und Mengestraße nicht durch die Reichsstraße fahren. Und: alle sollen langsamer fahren.

Mit 50 km/h und einem offenporigen Asphalt könnte man nach den Plänen den Lärm erheblich reduzieren. Der Durchgangsverkehr, für den eine langsamere Straße weniger attraktiv ist, soll über die A1 nach Hamburg und über die Schmidts Breite in den Hafen fahren.

Wenn es gut geht, könnte es tatsächlich zu einer Verkehrsberuhigung auf der Reichsstraße kommen, die von Kritikern der Reichsstraßen-Ausbaupläne gefordert wird.

So könnte sich zeigen, dass Wilhelmsburg keine Quasi-Autobahn an der Bahn braucht, sondern eine Reichsstraße, die vor allem dem regionalen Verkehr dient. Das schafft Möglichkeiten für Lösungen, die allen Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburgern zugute kommen.
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