Wilhelmsburger dreht in Afghanistan

Der Wilhelmsburger Regisseur Ali Hakim (r.) und Kameramann Patrick Wittig reisen für ihren Kurzfilm „Taweez“ nach Afghanistan – trotz Lebensgefahr und drohender Verschuldung. „Wir tun es aus Leidenschaft fürs Filmemachen“, sagen sie.

Finanzierung des Kurzfilms noch wackelig: Filmemacher starten Crowdfunding-Kampagne im Internet

Bei einem Dreh haben sie sich kennengelernt, später an der Medienakademie Hamburg zusammen studiert, jetzt realisieren sie ihr erstes gemeinsames Filmprojekt: Ali Hakim (28), Regisseur aus Wilhelmsburg, und Kameramann Patrick Wittig (30) drehen einen Kurzfilm, der in Afghanistan spielt – und gedreht wird. Das ist teuer, die Finanzierung wackelig, weshalb sie jetzt aufs Internet setzen.
Die Hälfte der Produktionskos-ten von rund 30.000 Euro wurden bereits bei der Filmförderung Hamburg beantragt, 10.000 Euro zahlen die Filmemacher aus eigener Tasche, fehlen immer noch 5.000 Euro. Um den Restbetrag zusammenzubekommen, haben die beiden jetzt eine Crowdfunding-Kampagne im Internet gestartet. Das läuft so: Eine Geschäftsidee (der Film) wird übers Internet (Facebook) verbreitet, das Kapital kommt von Internetnutzern, denen das Projekt gefällt. Je nachdem, wieviel Geld inves-tiert wird, gibt es Dankeschöns in Form von DVDs (50 Euro) bis hin zur Namensnennung im Abspann (1.000 Euro). „In Hollywood werden auf diese Weise schon Millionen-Dollar-Filme realisiert“, sagt Hakim. Falls die Summe nach Ablauf der Aktion nicht erreicht wird, fließt das Geld komplett zurück. „Den Film werden wir trotzdem drehen“, versichert der Regisseur.
Für einen Abbruch haben die Filmleute auch schon zuviel investiert: Das Drehbuch ist fertig, die Storyboards sind gezeichnet, Unterkünfte für den siebentägigen Trip organisiert. Die Crew besteht aus vier Leuten, die (Laien-)Schauspieler werden vor Ort rekrutiert. Gedreht wird in Herat, der Heimatstadt des Regisseurs. „Innenaufnahmen machen wir bei meiner Oma“, erzählt Hakim. Die Nachtaufnahmen sind draußen geplant – nicht ungefährlich in einem Land, in dem immer noch kriegsähnliche Zustände herrschen. „Man muss vor allem vor Straßengangs aufpassen, eher als vor den Taliban“, so Hakim.
„Taweez“ (Talisman), so der Titel des 25-minütigen Films, handelt von einen Mullah, der sein Geld mit Gebetsvoodoo verdient und damit ein ganzes Dorf entzweit. Es geht um Glaube und Aberglaube, Ideologien und deren Missbrauch – große Themen mit aktuellem Bezug. „Dieser Film soll mein Durchbruch sein“, sagt Ali Hakim.
www.startnext.de/taweez-kurzfilm
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