Wilhelmsburger Betrieb ist Vorbild für Afrika

Rudolf Herweg von der Hamburger Handwerkskammer (l.) und Uwe Spahl von Homfeld Elektro erklären den Mitarbeitern der Tansanischen Berufsbildungsbehörde, wie die Ausbildung im Elektrogewerbe hierzulande funktioniert.

Behördenmitarbeiter aus Tansania informierten sich vor Ort über deutsches Ausbildungssystem

von Steffen Kozieraz

Ein paar Firmenchefs aus Tansania haben gerade der Firma Homfeld in Georgswerder einen Besuch abgestattet. Der Grund: Die mittelständische Elektrofirma hat genau das, was dem ostafrikanischem Land fehlt: Erfahrung in der Ausbildung von qualifiziertem Nachwuchs. „Deutschland ist für uns Weltspitze im Ausbilden,“ stellt Ahmed Athumani klar.
Eine dreiköpfige Delegation aus der Hauptstadt Dar es Salaam besuchte zehn Tage lang große und kleine Firmen ihrer Partnerstadt Hamburg, um deutsches Know-How mit in ihr Land zu nehmen. Finanziert von der tansanischen Bildungsbehörde und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe möchten sie bis 2014 das deutsche System der dualen Ausbildung für Elektro-, Kfz- und Tourismuswirtschaft in Tansania übernehmen. Dort findet derzeit nur eine rein theoretische Ausbildung an Schulen statt, wodurch Fachkräfte fehlen. Damit sich das ändert, überschütten die Besucher den Firmenchef und Elektromeister Uwe Spahl mit Fragen und schreiben die Antworten eifrig in ihre Mappen: Welche Rolle spielen Berufsverbände? Bekommen auch Lehrlinge ein Gehalt? Eignen sich auch Frauen für eine technische Ausbildung?
Die Gäste erfuhren, dass hierzulande die kleinen und mittleren Unternehmen am meisten ausbilden – so wie Firma Homfeld, die mit derzeit 20 Mitarbeitern und vier Auszubildenden als Musterfirma von der Hamburger Handwerkskammer für die afrikanische Delegation ausgewählt wurde. Bereits zweimal wurde der Betrieb dieses Jahr für den besten Azubi in der Hamburger Elektro-Branche ausgezeichnet, berichtet Mitinhaberin Claudia Jacobi-Spahl stolz. Seit 1956 bilde Homfeld aus. „Viele unserer heutigen Mitarbeiter haben bei uns schon ihre Lehre gemacht. Unsere Firma ist wie eine Familie,“ erklärt Uwe Spahl den Afrikanern. Leicht verdutzt blicken die drei Herren aus Tansania in die Runde, als man ihnen sagt, dass der erste Lehrling von 1956 sogar hier mit am Tisch sitzt. Es ist der Chef selbst, woraufhin sie staunend über den Aufstieg vom Lehrling zum Firmeninhaber lachen.
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