Wilhelmsburg neu entdeckt

Jill Reuter von der Einrichtung „Lotse -Fährstraße 66“ mit einem der Fotomotive. Foto: sk

Ausstellung: Psychisch Erkrankte haben die Elbinsel fotografiert

von Steffen Kozieraz

Von der Bunthäuser Spitze bis zu den alten Geschäften im Veringviertel: Die größte Flussinsel Mitteleuropas hat viele Facetten. Vor allem die weniger bekannten Seiten möchten nun vier Wilhelmsburgerinnen mit einer Fotoausstellung publik machen. Das Besondere: Die Bilder entstanden im Rahmen einer Projektarbeit für psychisch erkrankte Menschen.
Für das Projekt sind die Frauen ein Jahr lang mit wachem Blick und Kamera kreuz und quer über die Elbinsel gezogen. Was dabei herauskam, hat sie selber verblüfft. „Es war für uns sehr überraschend, wie viele unbekannte Motive wir dabei fanden. Und dass es am Ende so viele schöne Fotos werden, hätte ich nicht gedacht,“ erzählt Brigitte Tesch, eine der vier Fotografinnen. Dafür hätten sie weder eine Fotoausbildung, noch ein teure Kameraausrüstung gebraucht.
Begonnen hatte alles als kleines Kreativprojekt, das von einer Einrichtung des Vereins Hafen e.V. angeboten wurde. Der Hafen ist Träger von Projekten für psychisch kranke Menschen. So geht es bei diesem Kreativprojekt auch darum, ein Gegengewicht zu den Krankengeschichten der Teilnehmer zu schaffen. Jill Reuter von der Einrichtung „Lotse -Fährstraße 66“ zeigt sich positiv überrascht von dem Fotoprojekt, das sie mit betreut hat. „Diese Bilder sollen andere Sichtweisen auf Dinge vermitteln“, so die Sozialpädagogin. Jetzt hoffe sie auf viele Besucher, die beim Anblick der Fotos vielleicht sagen: „Wow, hier war ich ja noch nie!" Übrigens: Die vier schönsten Motive wird es bald als Postkarte geben.
Die Ausstellung läuft vom 6. bis 8. März im Nachbarschafts-Pavillon, Weimarer Straße 79.
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