Wilhelmsburg ist „extrem spannend“

Große Pläne mit Wilhelmsburg: Bezirksamtsleiter Andy Grote. (Foto: Christopher von Savigny)

Vorgestellt: die Pläne des neuen Bezirkschefs mit der Elbinsel

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Seit wenigen Wochen ist Andy Grote (SPD) der starke Mann in Hamburg-Mitte: Im Mai trat er die Nachfolge seines Parteikollegen Markus Schreiber an, der wegen des Methadontods von Chantal (11) aus Wilhelmsburg zurücktreten musste. „Für mich ist das eine sehr einschneidende Veränderung“, sagt Grote, der zuvor als Fraktionschef in der Bezirksversammlung und als Stadtentwicklungsexperte in der Bürgerschaft aktiv war. „Ich habe sehr viel zu tun, die Verantwortung ist eine ganz andere als früher. Aber es ist auch sehr abwechslungsreich.“
Sein erster Weg nach dem Amtsantritt führte Grote auf die Elbinsel zum Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), der das verstorbene Mädchen betreut hatte. Die Jugendhilfe soll umstrukturiert werden – soviel steht fest. Grote will Hilfeleistung und Kontrolle voneinander trennen. „Es ist schwierig, ein Vertrauenverhältnis herzustellen, wenn der Betreuer gleichzeitig als Kontrolleur auftritt“, sagt er.
Auf der Elbinsel wird innerhalb der nächsten Jahre viel passieren: Gartenschau (igs) und Bauausstellung (IBA) stehen an, die Reichsstraße soll verlegt werden, Hamburg braucht Platz für Wohnungen. „Extrem spannend“ findet Grote die Entwicklung im Stadtteil. Wilhelmsburg biete riesiges Potenzial. Allein die Lage – auf einer Insel, aber dennoch mitten in der Stadt – sei einzigartig. Die Proteste von igs-Gegnern kann Grote verstehen. „Dimension und Geschwindigkeit können einen auch überfahren.“ Daher sei es wichtig, dass Wilhelmsburg von den Bewohnern als ihr eigener Stadtteil wahrgenommen werde und nicht nur als internationaler igs-Park. „Wir brauchen Lebens- und Freizeitqualität“, sagt Grote. „Nach 2013 wird das Gartenschaugelände zum Inselpark, der Spreehafenzaun kommt weg, Ausflugsdampfer besuchen die Elbinsel.“ Die Probleme mit der Ernst-August-Schleuse werde man in nächster Zeit lösen, verspricht der „Bezirksbürgermeister“.
Der Stadtteil soll als Bildungsstandort weiterentwickelt werden, auf der Trasse der alten Reichsstraße könnten rund 1.000 Wohnungen entstehen, hofft Grote. Das der Elbinsel Image habe sich gewandelt. „Wilhelmsburg ist auf dem Weg, so wahrgenommen zu werden, wie St. Pauli oder Eimsbüttel.“



Persönlich:
Andy Grote (43) ist Single, lebt auf St. Pauli und ist eingefleischter St.-Pauli-Fan. Zeit zum Fußballspielen zu gehen, findet der Bezirksamtschef derzeit kaum. „Zuviel Arbeit“, sagt er. Auch seine zweite Leidenschaft – der Besuch von Livekonzerten in einem der zahlreichen Clubs rund um die Reeperbahn – muss momentan hinten anstehen. Bleibt nur noch das Lesen: Ein paar Seiten Lieblingslektüre nach Dienstschluss dürften im Normalfall noch drin sein. Von Beruf ist Grote Fachanwalt für Verwaltungsrecht. CVS
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