Wilhelmsburg: Bildungszentrum „Tor zur Welt“ eröffnet

Gutgelaunt: Bürgermeister Olaf Scholz und Schulsenator Ties Rabe durchschnitten das rote Band.

In dem 60-Millionen-Euro-Neubau an der Krieterstraße lernen 1.500 Schüler

Wilhelmsburg soll ein Stadtteil mit Bildungsproblemen sein? Angesichts des vergangene Woche eröffneten Bildungszentrums „Tor zur Welt“ mag man das kaum glauben. Der 60 Millionen Euro schwere Komplex in der Krieterstraße ist nicht nur aus baulicher Sicht außergewöhnlich – laut Bürgermeister Olaf Scholz gilt er auch wegen seiner inhaltlichen Ausrichtung als eine der innovativs-ten Schulen Deutschlands.
Der Neubau beherbergt drei Schulen mit insgesamt 1.500 Schülern: das Helmut-Schmidt-Gymnasium, die Elbinselschule und die Sprachheilschule, die im Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum integriert ist. Hierzu gehören weitere Einrichtungen, darunter Eltern- und Volkshochschule, das Projekt Inselmütter und eine Kita. Im Gebäudekomplex befinden sich außerdem ein Umweltzentrum für die Klassen 0 bis 6, ein gut ausgestatteter Theaterbereich, ein Selbstlernzentrum und eine Lesestadt, eine Bewegungshalle mit Kletterstrecke, einsehbare Klassenräume und ein kleines Planetarium. Der Clou ist der Pausenhof auf der Dachterrasse, von dem eine Rutsche bis ins Erdgeschoss führt.
Mit dem „Tor zur Welt“, einem Schlüsselprojekt der Bildungsoffensive der internationalen Bauausstellung (IBA), wird eine der Hauptforderungen aus dem Stadtteil erfüllt: Bildung zum Schwerpunktthema der IBA zu machen und Schule mit nichtschulischen Bildungs- und Beratungseinrichtungen enger zusammenzuführen.
Der Name, der an das Hamburger Stadtwappen erinnert, sei gut gewählt, betonte der Bürgermeister in seiner Ansprache: „Allen, die durch dieses Tor gehen, soll die Welt offen stehen!“ Das Minimum an Qualifikation sollte dabei der Hauptschulabschluss sein. Scholz: „Keiner soll durchs Netz fallen!“
Ein frommer Wunsch angesichts der Warnungen, die seitens der Lehrerschaft aus dem Stadtteil kommen. Erst im Dezember hatten 14 Schulleiter in einem Brandbrief Alarm geschlagen, zwei Monate später schickte das Kollegium der Nelson-Mandela-Schule ein weiteres Schreiben an den Schulsenator. Die Kritik: Überlastete Lehrer, zu große Klassen, sinkendes Bildungsniveau. Eltern, Lehrer und Schüler protestieren deshalb auf der Groß-Demo am 1. Juni gegen die Bildungspolitik des Senats.
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