Wilhelmsburg bekommt einen Bioladen

Bio als Abenteuer: Zusammen mit zwei Kolleginnen plant Kathrin Winkler, den ersten Bioladen der Elbinsel zu eröffnen. Foto: cvs

Genossenschaftsmodell: Finanzierung per Mitgliedsbeitrag –
Eröffnung im Herbst geplant

Von Christopher von Savigny.
Der sprichwörtliche „Sprung ins kalte Wasser" sei es für sie alle gewesen, sagt Kathrin Winkler. Im Januar übernahm die Wilhelmsburgerin - im wahren Jobleben Personalentwicklerin - gemeinsam mit zwei Freundinnen, beruflich ebenfalls komplette Neulinge auf dem Gebiet, einen Öko-Gemüsestand auf dem Stübenplatz.
Der seitdem so gut läuft, dass das Trio jetzt zusätzlich einen Bioladen inklusive Café und Mittagstisch eröffnen will - es wäre der erste auf der Elbinsel überhaupt. „Biologische Lebensmittel, insbesondere Brot, Fleisch und Gemüse - das sind so Dinge, die wir im Stadtteil sehr vermissen", sagt Winkler. Und nachdem die Chance dagewesen sei, selbst aktiv zu werden, habe man kurzerhand zugegriffen. „Es hat gut gepasst, weil wir alle einem Punkt in unserem Leben sind, wo wir etwas Neues wagen wollen", sagt die junge Mutter.

Begehbare Kühlkammer
und Liefer-Lastenfahrrad

Für den reibungslosen Einstieg in die (noch) fremden Berufsgefilde sorgt ein genossenschaftsähnliches Geschäftsmodell: Wer möchte, kann bei Winkler & Co – der künftige Name des Ladens wird noch unter Verschluss gehalten – Mitglied werden und gegen eine regelmäßigen Monatsbeitrag verbilligt einkaufen.
Das Konzept ist nicht ganz neu: Zwei weitere Bioläden in Hamburg setzen auf Kundenbeteiligung und damit auf stete, konstante Einnahmen, die den laufenden Betrieb sichern. Mit großem Erfolg: Die 2008 gegründete „Warenwirtschaft" in Ottensen etwa konnte schon am ersten Tag 150 Mitglieder begrüßen, inzwischen gibt es längst eine Warteliste, weil das Geschäft nicht weiter expandieren will. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 22 Euro pro Person und Monat - dafür kann man bis zu 25 Prozent billiger einkaufen.
Die drei Wilhelmsburgerinnen im Alter von 25 bis 34 Jahren hoffen sogar darauf, durchschnittlich 30 Prozent Rabatt bieten zu können. Zunächst ist aber eine Crowdfunding-Aktion geplant, die die Grundausstattung des Geschäfts, unter anderem ein Liefer-Lastenfahrrad und eine begehbare Kühlkammer, finanzieren soll. Was noch nicht feststeht, ist der Standort des Bioladens: Entweder im Reiherstiegviertel oder in der Gegend rund um den S-Bahnhof. „150 Quadratmeter müssen es schon sein", sagt Winkler.
Start der Crowdfunding-Aktion (plus Namens-Enthüllung) ist am Sonntag, 1. Mai, ab 10 Uhr, Zinnwerke, Am Veringhof. Geplant ist unter anderem eine Bio-Verköstigung. Interessenten können verbilligte Einkaufsgutscheine erwerben.
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