Wieder macht eine Filiale dicht

Das Finanzcenter der Postbank in der Veringstraße ist gut besucht – geschlossen wird es trotzdem.

Postbank schließt Finanzcenter an der Veringstraße zum 31. März

Veringstraße Ecke Mannesallee, 9 Uhr morgens: Im Finanzcenter der Postbank herrscht geschäftiges Treiben, Kunden geben sich die Klinke in die Hand und heben im Minutentakt am Automaten neben dem Eingang Geld ab. Doch schon bald ist es vorbei mit dem geschäftigen Treiben mitten im Reiherstiegviertel: Die Postbank schließt diese Filiale zum 31. März. Die dauerhafte Fortführung des Finanzcenters sei wirtschaftlich nicht möglich, teilt ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage des Wochenblatts mit. Die Leistungen der Postbank werde zukünftig die Deutsche Post übernehmen, mit der man hier bisher eine Kooperation hatte. Doch auch die Post lagert aus: Sie sucht zurzeit einen Partner, der eine Filiale im Reiherstiegviertel führen will.
An dem neuen Standort werden Postkunden sowohl Pakete verschicken, als auch Bankgeschäfte erledigen können. Postbankkunden die eine Beratung brauchen, sich über Baufinanzierung, Altersvorsorge oder Kredite informieren möchten, müssen zum Wilhelm-Strauß-Weg 6 fahren. Dort befindet sich das zweite und ab dem 1. April einzige Postbank-Finanzcenter der Elbinsel. Zurzeit ist es wegen des Luna-Center-Umbaus in einem Container untergebracht. Eine Schließung sei hier nicht geplant, teilt die Postbank mit.
Noch hat die Post keinen Partner im Reiherstiegviertel gefunden. Gespräche mit Interessenten laufen aber bereits. „Wir sind auf einem guten Weg, einen nahtlosen Übergang zu bekommen“, sagt Postsprecher Martin Grundler. An welchem Standort die neue Filiale eröffnet wird, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass sie im Einzelhandel untergebracht wird – beispielsweise einem Kiosk. Dass diese Geschäftspraktik ihre Tücken hat, zeigt die momentane Situation auf der Veddel: Dort hatte ein Partner zum Jahreswechsel kurzfristig das Handtuch geworfen. Als Konsequenz müssen die Veddeler bis Ende Februar nach Wilhelmsburg fahren, um Briefmarken zu kaufen oder Geld abzuheben.
Im Reiherstiegviertel hat man nur wenig Verständnis für die Schließung. Postbankkundin Andrea Schmidt will ihre Überweisungen nicht in einem Kiosk tätigen. „Bankgeschäfte sind was Privates. Dort wird das in keinster Weise gewahrt“, sagt sie. Britta Meyer, die in der Nähe der Veringstraße arbeitet, kritisiert den Service in den Partnerfilialen. „Pakete abgeben ist ok. Aber kompliziertere Sachen oder eine Beratung klappen dann nicht mehr“, weiß sie aus Erfahrung.
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