Wie verändert sich das Leben in Wilhelmsburg?

Protest mit Humor: 2006 gingen unter anderem Kleingärtner auf die Straße, um dagegen zu protestieren, dass ihre Lauben der Internationalen Gartenschau weichen sollten. (Foto: Geschichtswerkstatt)

Geschichtswerkstatt zeigt die Ausstellung „Irgendwie schaut
man anders“ – Eröffnung und Rundgänge am 5. Oktober

Wilhelmsburg verändert sich. Doch wem kommt die Aufwertung zugute, die der Stadtteil im Zuge der Großveranstaltungen IBA und igs erfahren hat? Immer wieder ist die Rede von Gentrifizierung, von steigenden Mieten und der Verdrängung alteingesessener Bewohner. Wie erleben die Wilhelmsburger diesen Prozess? Wie wirken sich die Veränderungen im Stadtteil auf ihren Alltag aus? „Wenn man die Menschen fragt, die hier wohnen, gibt das ein differenzierteres Bild“, sagt Margret Markert von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg.
Genau das haben Sigrun Clausen und Darijana Hahn im Auftrag der Einrichtung über ein Jahr lang getan. Ihre Ergebnisse präsentieren sie im Rahmen der Ausstellung „Irgendwie guckt man anders – Sichtweisen der Veränderung in Wilhelmsburg“ in der Geschichtswerkstatt im zweiten Stock der Honigfabrik, Indus-triestraße 125-131. Eröffnung ist am Tag der Geschichtswerkstätten, Sonntag, 5. Oktober, um 14 Uhr. Ab 15.30 Uhr sind Rundgänge durch das Quartier geplant. Interessierte können sich die Ausstellung noch bis Freitag, 24. Oktober, anschauen.
Clausen und Hahn haben etwa 25 Interviews mit Stadtteilbewohnern geführt. Aus diesen wählten sie Zitate, kombinierten sie mit Bildern und schufen 50 Tafeln, die nun ausgestellt werden. „Die Tafeln sind kleine Denkanstöße“, sagt Markert. Sie decken sieben Themenbereiche ab: Geschichte, Inselmentalität, wachsende Stadt, Migration, soziale Lage, Beteiligung und Aufwertung.
Die Zitate machen deutlich, dass sich die Stadtteilbewohner bei weitem nicht gegen alle Veränderungen wehren. Viele freuen sich zum Beispiel, dass jetzt mehr junge Menschen nach Wilhelmsburg ziehen. Andere finden es gut, dass nun Leute in ihrem Haus wohnen, die zum Hörer greifen und sich bei der Umweltbehörde über den Gestank der Fabriken in der Nachbarschaft beschweren.
Aus den Gesprächen haben die Interviewerinnen Porträts entwickelt. Am Tag der Ausstellungseröffnung ist ab 17 Uhr eine Lesung aus diesen Texten geplant.
❱❱ www.geschichtswerkstatt-wilhelmsburg.de
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