Wie geht’s nach der Schule weiter?

Die Zukunft kann kommen: Gizem (15, v. li.), Diana (19) und Johanna (16) haben sich intensiv mit ihren Berufsvorstellungen auseinandergesetzt. Fotos: cvs

„Zukunftswerkstatt“ mit Hamburger Schülern im neuen Media Dock

von Ch. v. Savigny,

Diana (19) hat sich einiges vorgenommen: „Ich möchte später mal bei Mercedes arbeiten“, sagt die Schülerin des Wirtschaftsgymnasiums in der Wendenstraße. „Kauffrau könnte ich mir als Beruf gut vorstellen, weil ich mich für Management interessiere.“ Aufgrund des hohen Bewerberandrangs wäre dafür allerdings das Abitur nötig. Und da hapert es bei Diana. „Ich weiß jetzt schon, dass ich das Abi nicht schaffe“, räumt die Schülerin ein und fügt selbstkritisch hinzu, dass öfters zu spät zum Unterricht komme. „Aber bei der Arbeit bin ich immer pünktlich!“
Dianas Arbeit ist ein Drei-Stunden-Job im Servicebereich eines Hotels, den sie neben der Schule ausübt. Vielleicht auch eine Alternative fürs spätere Berufsleben? Die Schülerin kommt plötzlich auf neue Ideen: Man könnte mal im Hotel anfragen, ob dort eine Ausbildung möglich ist.
Im Media Dock der Internationalen Bauausstellung sind an diesem Tag Schüler aus ganz Hamburg zusammengekommen, um sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen. Organisiert wird die zweitägige „Zukunftswerkstatt“ von „komm.pass.arbeit“, einem Tochterunternehmen der Hamburger Arbeit. „Das Projekt begleitet Jugendliche ein ganzes Jahr lang auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben“, berichtet Projektleiterin Gabriele Jungitsch. Angeboten werden kostenlose Kurse und Seminare, Beratungs- und Nachhilfestunden. Mit Motivationscoachings und einer Analyse zur persönlichen Lebensgestaltung werden die Jugendlichen bei der Formulierung ihrer Wünsche und Ziele unterstützt. Ziel des Trainings ist es, mittels der gezielten Vorbereitung die Abbruchquote in Ausbildungs- und Studiengängen zu verringern.
Lehrer, Tierarzt, Kaufmann, Werbepsychologe: Die Berufswünsche der Teilnehmer sind so unterschiedlich wie die Schüler selbst. Jungitsch macht ihren Schützlingen Mut und hilft ihnen dabei, realistisch zu bleiben. „Ihr solltet daran denken, dass euch der Beruf nicht alles erfüllen kann“, sagt sie. „Spaß, Geld und Familienleben lassen sich nicht immer unter einen Hut bringen.“ Finanziert wird das Projekt von der Stadt Hamburg, von der Bundesagentur für Arbeit und von der Europäischen Union. Die Förderung läuft jetzt aus, nach Möglichkeiten für eine Fortsetzung wird derzeit gesucht.
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