Weil er Drogen brauchte, beraubte er Kinder

Die gestohlenen Handys verkaufte der Kirchdorfer Jusin M. (31) auf dem Steindamm

Um seine Drogensucht zu finanzieren, hat Jusin M. wochenlang Kinder und Jugendliche auf den Elbinseln in Angst und Schrecken versetzt. Mit der immer gleichen Masche luchste er ihnen ihre Handys ab und verkaufte die heiße Ware anschließend am Steindamm. Sein jüngstes Opfer war erst zehn Jahre alt – so alt wie der Sohn des Angeklagten. „Es tut mir sehr leid“, beteuerte der 31-Jährige jetzt vor dem Harburger Amtsgericht.
Seit Anfang Juni sitzt der Mazedonier bereits in U-Haft, mit Handschellen wurde er in den Gerichtssaal geführt. Offenbar haben die drei Monate Knast ihm gut getan: M. ist vom Heroin losgekommen. „Damals hatte ich Schmerzen, jetzt bin ich Gott sei Dank gesund“, sagt er.
Jusin M. ist als Kind nach Deutschland gekommen. Mit 17 Jahren wird er plötzlich abgeschoben. Mazedonien ist ihm fremd, er spricht seine Muttersprache nicht, wohnt bei entfernten Verwandten. Irgendwann beginnt das mit den Drogen, er wird süchtig. Im Herbst 2011 kommt er zurück nach Hamburg, seine Eltern und Geschwister leben in Kirchdorf-Süd. Solange sein Asylverfahren läuft, darf er nicht arbeiten, doch er braucht Geld. Da beginnt er, Kinder auszurauben.
Seine Masche: Unter dem Vorwand, das Handy seines Bruders sei gestohlen worden, sprach er Jungen auf der Straße an und behauptete, deren Handys kontrollieren zu wollen. Sobald er die Mobiltelefone in der Hand hatte, flüchtete er. Rund 200 Euro kassierte er für die teuren Smartphones – pro Stück. In zwei Fällen erpresste er seine Opfer, drohte Schläge an, wenn sie die Handys nicht hergeben wollten.
Weil Jusin M. die Taten gestanden hat, müssen seine Opfer nicht vor Gericht erscheinen, was strafmildernd ausgelegt wird. „Viele haben aber immer noch Alpträume“, betont die Richterin und macht deutlich, dass räuberische Erpressung und Raub keine Kavaliersdelikte sind.
Da der 31-Jährige keine Vorstrafen hat, kommt er mit zwei Jahren auf Bewährung davon. Außerdem muss er eine Drogentherapie beginnen. Den Gerichtssaal verlässt M. mit einem zaghaften Lächeln – ohne Handschellen. „Ich will ein normales Leben führen und ein guter Vater sein“, sagt er.
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