Wegen Baustelle: Anwohner müssen zu Fuß gehen

„Haltestelle verlegt“: Adolf Janke (82) muss jetzt weite Wege in Kauf nehmen. Foto: cvs

Bis Jahresende lässt HVV-Bus 154 Wohngebiet Bei der Windmühle aus

von Ch. v. Savigny

Für viele Wilhelmsburger ist die Buslinie 154 ein wichtiges Transportmittel, weil sie etliche Wohngebiete im Osten der Elbinsel anfährt. Seit einiger Zeit lässt der Bus der Hamburger Hochbahn, der auf der Elbinsel zwischen den S-Bahnhöfen Veddel und Wilhelmsburg verkehrt, jedoch die Straße „Bei der Windmühle“ links liegen. Der Grund: Der Straßenbelag wird erneuert. Die Haltestellen „Thielenstraße“ und „Im Schönenfelde“ werden nicht mehr angefahren.
Anwohner Adolf Janke findet das nicht gut: „Ich bin 82 Jahre alt und habe gesundheitliche Schwierigkeiten“, sagt er. „Im Moment ist die nächste Haltestelle genauso weit weg wie der Wilhelmsburger Bahnhof. Da kann ich ja gleich zu Fuß gehen! Warum kann der HVV den Bus nicht über Schleichwege umleiten, zum Beispiel über die Schönenfelder Straße? Dort wohnen auch viel mehr Menschen, dann hätten alle etwas davon.“
Die nächste Haltestelle für Janke heißt jetzt „Wilhelmsburger Mühle“ – ein Fußweg von immerhin einem halben Kilometer. Ändern kann man daran laut Auskunft des Busunternehmens nichts: „Eine andere Linienführung ist leider nicht möglich, da andere Straßen aufgrund ihrer Beschaffenheit oder Gewichtsbeschränkung nicht in Frage kommen“, sagt Hochbahn-Sprecherin Maja Weihgold. Die Umleitung werde noch bis Ende Dezember aufrechterhalten.
Die Straße „Bei der Windmühle“ wird derzeit auf einer Länge von 370 Metern „ausgekoffert“, weil Kriegstrümmer darunter vermutet werden. Anschließend wird ein neues Fundament verlegt sowie der Belag aufgebracht. Nach Auskunft der Hochbahn eignet sich die Schönenfelder Straße nicht als Umleitungsstrecke, weil Fahrbahnbreite und Festigkeit nicht ausreichen. Ein normaler HVV-Stadtbus ist zwölf Meter lang, 2,55 Meter breit und wiegt im beladenen Zustand 18 Tonnen.
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