Weg am Veringkanal soll „Akçam Ufer“ heißen

„Das ist der schönste Weg im Reiherstiegviertel“, sagt Marco Moreno über das Ufer des Veringkanals.

Wilhelmsburger will dem türkischen Lehrer und Journalisten ein Denkmal setzen

Der Weg am Ufer des Veringkanals ist ein Weg für Flaneure, meint Marco Moreno. Auch Dursun Akçam sei ein Flaneur gewesen, ständig im Gespräch mit Menschen. Moreno hat viele Geschichten über den türkischen Lehrer und Journalisten gehört, als er im vergangenen Jahr die 111. Geburtstagsfeier der Bücherhalle Wilhelmsburg vorbereitet hat. Mitarbeiter der Bücherhalle hatten ihm begeistert von Akçam erzählt, der von 1984 bis 1995 in der Wilhelmsburger Einrichtung arbeitete. Die Begeisterung sprang auf Moreno über. Der Wilhelmsburger setzt sich jetzt dafür ein, dass der Wanderweg am Veringkanal nach Dursun
Akçam benannt wird.
„Hier gibt es zwei Orte, den interkulturellen Garten und den Sanitaspark, an denen Menschen der unterschiedlichsten Kulturen im Sommer zusammenkommen, um zu essen und zu musizieren. Das hätte Akçam sicher gefallen”, sagt Moreno. Schließlich habe es der sozialkritische Journalist und Gewerkschafter, der vor politischer Verfolgung aus der Türkei fliehen musste, wie kaum ein anderer geschafft, Türken und Deutsche zusammenzubringen. Dabei habe es in den 80ern und 90ern eine sehr ausländerfeindliche Stimmung auf der Elbinsel gegeben, sagt Moreno. Dennoch organisierte Akçam mit großem Erfolg zweisprachige Dichterlesungen bekannter türkischer Autoren in der Bücherhalle und baute Kontakte zu türkischen Institutionen und Initiativen aus. Doch seine Hauptaufgabe sah der warmherzige und empathische Mann darin, Menschen aus Anatolien zu helfen. „Er hat ihnen immer wieder deutlich gemacht, wenn ihr hier ein gutes Leben führen wollt, ist es wichtig, die Sprache zu lernen“, sagt Moreno.
Im Stadtteil hat er bisher nur Unterstützung für sein Vorhaben bekommen. Auch Akçams Familie, die in der Türkei und in den USA lebt, freut sich über Morenos Engagement. Als nächstes will der 48-Jährige seine Pläne am Sonnabend, 24. Januar, beim Marktplatz der Initiativen und Vereine im Bürgerhaus (siehe Info unten) den Menschen im Stadtteil präsentieren. Danach beraten die Mitglieder des Stadtteilbeirats über die gewünschte Neubenennung des Weges in ihrer nächsten Sitzung am 18. Februar. Dann soll ein entsprechender Antrag in der Bezirksversammlung folgen. Nach einer eingehenden Prüfung wird jedoch letztlich der Senat entscheiden, wie bei allen Straßenbenennungen in Hamburg. Bis also schließlich die ersten Flaneure am „Akçam Ufer“ entlang spazieren, wird es also noch eine ganze Weile dauern.

Info: Marktplatz
Beim Marktplatz der Initiativen und Vereine stellen am Sonnabend, 24. Januar, Wilhelmsburger Aktive ihre Arbeit vor. Von 14 bis 17 Uhr können sich Besucher im Bürgerhaus, Mengestraße 20, über die vielen Angebote im Stadtteil informieren. Wer Lust hat, sich selbst in einer Initiative zu engagieren, bekommt hier einen guten Überblick.
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Marco Moreno aus Wilhelmsburg | 25.01.2015 | 19:37  
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