Was wird aus der jetzigen Wilhelmsburger Reichsstraße?

Die jetzige Wilhelmsburger Reichsstraße führt über die Rotenhäuser Straße. Diese ist zum Schutz der Wohngebiete nur für PKW bis 2m Breite geöffnet.
Die Wilhelmsburger Reichsstraße soll nach dem Willen des Senats an die Bahn verlegt werden. Ob dies geschieht, ist noch offen, aber es kann sein, dass sie tatsächlich neu gebaut wird.
Dies soll, so sagen die Befürworter, Möglichkeiten für Stadtentwicklung schaffen. Aber klar ist nicht einmal, was aus der jetzigen Wilhelmsburger Reichsstraße werden soll.

Die Planung der Verkehrsbehörde sieht vor, dass die Brücke über dem Ernst-August-Kanal abgerissen wird und die Wilhelmsburger Reichsstraße (WRS) weitgehend „entsiegelt“ wird – d.h. der Asphalt wird abgeschrammt und dafür werden Bäume oder Büsche gepflanzt. Dies würde der Bund zahlen als „Ausgleichsmaßnahme“ für die durch die neue WRS zerstörten Naturflächen.

Neue Häuser auf der Trasse?

Die Stadtentwicklungsbehörde will irgendwie Wohnungsbau schaffen. Auf der Trasse von 14m kann man kaum Häuser bauen. Leer ist es auch nicht neben der Straße: östlich sind Gewerbebauten und Containerlager, westlich Kleingärten. Gewerbe und/oder Kleingärten müssten also verschwinden. Das würde nicht allen, auch nicht allen im Senat, gefallen, deshalb legt sich die Behörde nicht fest. Man müsse, so heißt es jetzt, doch erst einmal die Bürger beteiligen. Seit 2008 gibt es die Planung für die WRS-Verlegung; aber in diesen vier Jahren hatten die zuständigen SenatorInnen Gedaschko, Hajduk, Gundelach und Blankau offenbar noch keine Zeit für die Beteiligung der Bewohner.

Fahrrad-Trasse auf der alten Wilhelmsburger Reichsstraße?

In der Verkehrsbehörde gibt es noch einen anderen Plan: Man könnte eine breite und schnelle Fahrradroute, z.B. auch für Pedelecs, auf der Trasse schaffen. Nach einem Gutachten müsste diese 4m Breite haben – von den bisherigen 14m. Dafür aber müsste man die Brücke über dem Ernst-August-Kanal erhalten und auch die Backsteinbrücken u.a. über die Rotenhäuser Straße (siehe Bild) und die Mengestraße. Und auch der Wall würde bestehen bleiben.

Ähnliche Radfahrtrassen gibt es auf der alten Eisenbahnstrecke zwischen Glinde und Lütjensee oder auch auf der ehemaligen Hamburger Marschenbahn in Richtung Zollenspieker.
Eine solche Fahrradroute wäre nach meiner Meinung ein wirklicher Schritt zu einer „Fahrradstadt Wilhelmsburg“, bei dem erheblicher Pendlerverkehr zwischen Harburg, Wilhelmsburg und der Hamburger Innenstadt vom Auto zum Fahrrad verlagert werden könnte.

Für den Fall, dass die Reichsstraße wirklich verlegt wird:

Welche Zukunft wollen Sie für die alte Reichsstraße?

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1 Kommentar
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Eva Maria Schnoor aus Wilhelmsburg | 02.12.2012 | 16:48  
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