Was braucht der Hafen? Neue Köhlbrandquerung oder neue Autobahn A26-Ost?

Die "Lebensader des Hafens" ist die Haupt-Hafenroute. Die A26-Ost braucht der Hafen nicht.

Jeder weiß: Die Köhlbrandbrücke funktioniert mit dem schweren LKW-Verkehr nur noch einige Jahre, vielleicht bis 2030. Jetzt aber will der Senat für mindestens eine Milliarde Euro eine neue Autobahn A26-Ost (ehemals Hafenquerspange) vom Bund bauen und bezahlen lassen. Und wer zahlt dann die Nachfolge für die Köhlbrandbrücke?

Die Hafenquerspange steht im Entwurf für den Bundesverkehrswegeplan 2030, der den Rahmen für vom Bund finanzierte Autobahnen und Bundesstraßen bildet. Im Laufe des Jahres wird in Berlin entschieden, welche Straßen Vorrang haben.

A26-Ost - weit weg von den Terminals des Hafens

Der Senat behauptet, die A26-Ost sei notwendig für den Seehafen-Hinterlandverkehr. Dabei hat eine Quer-Autobahn A26-Ost im Süden des Hafens kaum eine Bedeutung für den Containerverkehr aus den Terminals, die alle über die Anschlussstelle Waltershof an die A7 angebunden sind. Für die Moorburger und Kirchdorfer aber, die durch die neue Autobahn umschlossen würden, ist die Autobahn eine Katastrophe.

Zukunft der "Lebensader des Hafen"

Die Haupt-Hafenroute über die Köhlbrandbrücke und den Veddeler Damm ist die "Lebensader des Hafens", haben SPD und Grüne im Hamburger Koalitionsvertrag geschrieben. In der Tat trägt sie den ganz überwiegenden LKW-Verkehr zwischen Ost-Hafen und A7, teilweise auch A1.12.000 LKW sind das jeden Werktag bei der Köhlbrandbrücke, 7.000 auf dem Veddeler Damm. Im Süden über die Kattwykbrücke dagegen sind es gerde mal 2.000-2.500 LKW.

Schwachstelle Köhlbrandbrücke

Die Haupt-Hafenroute hat zwei Schwachstellen: Die Köhlbrandbrücke und den Anschluss bei der Veddell an die A255 und A1.
Die Funktionsfähigkeit der Köhlbrandbrückewird jetzt gerade noch einmal mit großen Baumaßnahmen und LKW-Verkehrseinschränkungen verlängert. "Im nächsten Jahr ist der Neubau zu planen", erklärt der Senat.
Dazu gibt es Alternativen: eine neue Brücke oder ein Tunnel - oder auch ein ergänzender Tunnel für LKW bei Erhaltung der Köhlbrandbrücke für PKW und endlich auch Fahrräder.

Schwachstelle Veddel-Anschluss

Bei der Olympiaplanung wurde eine Idee aufgegriffen, die vor 10 Jahren schon einmal die Grünen hatten: ein kurzer Tunnel vom Veddeler Damm zum Anschluss Georgswerder, der den LKW-Verkehr weitgehend aus der Veddel heraus halten könnte (Südanbindung der Haupt-Hafenroute). Der Tunnel hätte langfristige Bedeutung für den Hafen, hieß es noch im November. Der Stadtteilbeirat Veddel hat gefordert, ihn auch unabhängig von Olympia zu bauen.

Wer bezahlt eine Milliarde für die Haupt-Hafenroute?

Köhlbrandquerung und Südanbindung dürften auch ca. 1 Mrd. Euro verschlingen. Zur Köhlbrandquerung sagen SPD und Grüne: "Für die Finanzierung streben wir eine Unterstützung durch den Bund an". Über den Bundesverkehrswegeplan ist das nicht möglich, weil es keine Bundesstraße ist. Aber es gibt §5a des Fernstraßengesetzes, der die MIt-Finanzierung von Anschlässen an eine Autobahn ermöglicht; so hat seinerzeit auch der Bund einen wesentlichen Anteil der Köhlbrandbrücke bezahlt.

Zweimal Geld vom Bund für den Hinterlandverkehr?

Die Strategie des Senats ist: Jetzt wollen wir mir der Begründung "Seehafen-Hinterland-Verkehr", dass der Bund eine neue Autobahn baut. Und in ein paar Jahren wollen wir mit der gleichen Begrundung noch die Finanzierung der Köhlbrandquerung.
Das wird der Bundesfinanzminister nicht mit machen. Der Senat hat sich schon einmal bei der Olympiaplanung verzockt, indem er dem Bund alles Denkbare in Rechnung stellen wollte - Schäuble hat das am Abend des Referendums lächelnd zurückgewiesen. Die Hamburger hatten da schon Nein zu einer unseriösen Planung gesagt.
Der Senat sollte seriös handeln. Am besten: A26-Ost jetzt heraus aus dem Bundesverkehrswegeplan und stattdessen mit dem Bund eine gute Finanzierung für die Lebensader des Hafens verabreden.
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