Warum sind Seifenblasen bunt?

Hussein (l.) und Tarik versuchen aus Knetmasse und Schaschlikspießen ein Boot zu bauen. Bettina Schmidt beantwortet Fragen, lässt die Kinder aber alleine arbeiten. (Foto: Sabine Langner)

In der Grundschule an der Burgweide werden aus Schülern kleine Forscher

von Sabine Langner, Kirchdorf

Bettina Schmidt stellt eine Schale mit Wasser auf den Tisch. Dazu gibt es eine Packung Knetgummi, eine Handvoll Strohhalme, Tesafilm, Zahnstocher und eine Schachtel voll mit Metallmuttern. „Könnt ihr daraus ein schwimmendes Boot bauen, das Muttern transportieren kann?“, fragt die Geo-Ökologin und Leiterin der Forscherwerkstatt in der Grundschule an der Burgweide. Harik, Alya, Hussain, Albina und Tore stürzen sich mit Feuereifer auf die Aufgabe. Sie basteln, probieren, verwerfen, fangen noch mal von vorn an. Die sechs- bis zehnjährigen Schüler verbringen ihre Mittagspause in der Forscherwerkstatt. Sie hat an drei Tagen in der Woche von 12.35 bis 14 Uhr für alle Mädchen und Jungen der Schule geöffnet.
In dem wahren Wissensparadies stehen Bücher, Skelette von Menschen und Tieren, Pflanzen, Spiele und Landkarten. In einer abgetrennten Ecke des Raumes leben Schildkröten, Schlangen, Fische, Bartagame, Gekkos, Riesenschnecken und eine Maus. Neben der Mittagsfreizeit bietet Bettina Schmidt in der Forscherwerkstatt, die nach dem pädagogische Konzept der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik arbeitet, auch Kurse an. Es geht um Projekte zu Themen wie „Mittelalter“, „Wasser“, „Erde“, „Luft und Schall“ oder „Pflanzen“. Dabei stellt sich Schmidt nicht vor ihre Schüler und erzählt, sondern lässt die Kinder selber entdecken. „Ich begleite sie bei ihren Experimenten und Fragen und gebe nicht einfach nur Antworten“, sagt die 33-Jährige.
Auf diese Weise kämen ganz wunderbare Experimente zustande, berichtet Schmidt begeistert. „Neulich haben wir mit Seifenblasen herum gespielt und ein Kind fragte, warum die Seifenblasen bunt seien. Ob die jemand anmalen würde“, erzählt sie. Statt das Phänomen wissenschaftlich zu erklären, holte Schmidt Bunt- und Filzstifte, Wasserfarben und Wachsmalkreide und ließ die Kinder probieren, ob man die Seifenblasen anmalen kann.
Die Wissenschaftlerin ist davon überzeugt, dass Kinder auf diese Weise für ihr weiteres Leben profitieren. „Sie lernen, sich zu konzentrieren, eine Sache zu verfolgen, die man angefangen hat. Sie werden immer neugieriger und kreativer. Sie lernen voneinander. Und sie sind deutlich reifer und fitter als andere Kinder“, erklärt Schmidt. Mehr kann sie nicht sagen, denn die jungen Forscher fangen an, laut zu jubeln, als in der Wasserschale das erste mit Muttern beladene Boot aus Strohhalmen schwimmt.
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