Waldorfschule: Erste Fortschritte

Singen und musizieren – ein wichtiger Bestandteil der Waldorfpädagogik. (Foto: Bund der Freien Waldorfschulen / Charlotte Fischer)

Möglicher Standort: Schule Fährstraße – Genehmigung steht noch aus

von Christopher v. Savigny

In seinem Bemühen, eine Waldorfschule auf der Elbinsel einzurichten, ist der Verein „Interkulturelle Waldorfpädagogik in Hamburg“ offenbar ein gutes Stück vorangekommen: So konnte als Projektpartner die Schule Fährstraße gewonnen werden. Dort soll es im Herbst 2013 oder 2014 mit dem Unterricht für drei erste Klassen losgehen. Der Waldorfzweig wird dann von Jahr zu Jahr weiter ausgebaut, sodass die ersten Schüler nach 13 Jahren ihren Abschluss machen können.
„Die Eckpunkte dieser Schulgründung wurden in einem gemeinsamen Workshop mit der Schulbehörde, dem Kollegium der Schule Fährstraße und dem Arbeitskreis Waldorfschule erarbeitet“, berichtet Projektleiterin Christiane Leiste. Auch Schulsenator Ties Rabe habe bereits seine Zustimmung erteilt.
Nach dem pädagogischen Konzept von Waldorfschul-Gründer Rudolf Steiner wird es ein breites Angebot an handwerklich-künstlerischen Fächern geben. Dazu kommen Musikstunden sowie selbst erarbeitete Theateraufführungen. Abschlussnoten sind bis Klassenstufe 8 nicht vorgesehen. Die Interkulturelle Waldorfschule Wilhelmsburg wäre die achte ihrer Art in der Hansestadt – aber die erste unter staatlicher Führung.
Für Eltern hätte dies die erfreuliche Konsequenz, dass kein Schulgeld gezahlt werden müsste. An Waldorfschulen ist das sonst die Regel. Erklärung: Der Staat finanziert Waldorfschulen zwar mit, übernimmt aber nur einen Teil der Kosten. Den Rest müssen die Eltern über das Schulgeld beisteuern.
Von einer „Schulneugründung“ kann man in dem Sinne nicht direkt sprechen: Denn das Waldorfkonzept wird lediglich auf bereits bestehende Klassen übertragen. Der Unterricht soll Elemente aus beiden schulischen Konzepten beinhalten. „Dieses Resultat heißt jedoch nicht 'Waldorfpädagogik light'“, erklärt Leiste. Insbesondere der Unterricht für Kunst und Musik solle in genau der Form erteilt werden, wie es an Waldorfschulen allgemein üblich sei.

Die Schulbehörde (BSB) tritt bei dem Thema derzeit noch auf die Bremse: „Eigentlich ist die Sache noch nicht spruchreif“, sagt BSB-Sprecher Peter Albrecht. „Die Schuldeputation muss noch ihre Zustimmung geben.“ Das Projekt „Interkulturelle Waldorfschule Wilhelmsburg“ soll – wenn es denn genehmigt wird – zunächst als fünf bis zehnjähriger Schulversuch laufen.
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