Von der Müllkippe zum Öko-Berg

Bürgermeister Olaf Scholz dreht zunächst am Windrad des Modells, bevor er per Knopfdruck das 150 Meter hohe Original auf dem Energieberg in Georgswerder in Gang setzte. Foto: sk

Windkraft-Anlage auf dem Energieberg in Georgswerder in Betrieb genommen

von Steffen Kozieraz

Der Deponieberg von Georgswerder wird mehr und mehr zum Energieberg. Seit vergangener Woche dreht sich das nach Altenwerder größte Windrad Hamburgs auf dem 40 Meter hohen Hügel und ersetzt drei kleinere Anlagen. Bei der Inbetriebnahme durch Bürgermeis-ter Olaf Scholz mussten die Anwesenden ihre Köpfe weit in den Nacken werfen, um die Drehung der riesigen Rotoren zu verfolgen. Gut 150 Meter ragt die Flügelspitze in den Himmel - das sind 20 Meter mehr als die Aussichtsplattform des Michels.
Die von der Firma Repowers errichtete 3,4 Megawatt starke Windkraftanlage soll Strom für 3.000 Haushalte produzieren. Der städtische Energieversorger, der vor zwei Jahren vom schwarz-grünen Senat gegründet wurde, investierte 4,7 Millionen Euro in diese Anlage, die bestens in die Strategie des alternativen Strom-anbieters passt. „In fünf Jahren wollen wir die Hälfte der Energie, die wir verkaufen, auch selber produzieren,“ erklärt dessen Geschäftsführer Michael Beckereit und kündigt weitere Investitionen von über 150 Millionen Euro bis 2015 an.
Erfreut zeigt sich Beckereit über die Akzeptanz der nur we-nige hundert Meter entfernt wohnenden Menschen. Dass es in Georgswerder nicht zu Protesten kam, ist auch ein Verdienst der Internationalen Bauausstellung (IBA). Dazu IBA-Chef Uli Hellweg: „Weil der Energieberg als IBA-Projekt für die Öffentlichkeit zugänglich wird und damit auch der Naherholung dient, sehen ihn die Anwohner als Zugewinn und haben die Anlage akzeptiert.“
Ab 2013 können die Bürger auf einem Rundweg Ausblicke über ganz Hamburg genießen. Die Errichtung der tonnenschweren Anlage auf den mit einer relativ dünnen Schicht versiegelten Giftabfällen war keine leichte Aufgabe für Repower. „Die Anlage darf auf keinen Fall einsinken. Deshalb bekam sie von uns das größte Fundament, was wir je gebaut haben,“ erklärt Repowers-Chef Jens Müller-Nielsen.
Die Idee, auf dem Deponieberg eine Windkraftanlage zu errichten, entstand schon kurz nach seiner Abdichtung im Jahre 1986. Bereits 1992 baute die Umweltbehörde dort die erste Windkraftanlage. Nachdem neben Windenergie auch das entweichende Deponiegas energetisch genutzt wird, soll eine Photovoltaik-Anlage auf dem Südhang bald auch die Energie der Sonne in sauberen Strom umwandeln.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.