Vom Rollstuhl aufs Rad

Die Krankheit besiegt: Andreas Pusch (45) will bei den Hamburger Cyclassics mitfahren und sucht dafür Sponsoren. (Foto: Christopher von Savigny)

Andreas Pusch (45) fährt nach schwerer Nervenkrankheit bei den Cyclassics mit

von Christopher von Savigny, Wilhelmsburg
Hallo, ich heiße Andreas!“ Der Mann, der das sagt, hat einen Händedruck wie ein Schraubstock. Ein Wunder, wenn man bedenkt, dass Andreas Pusch (45) noch vor eineinhalb Jahren nicht mal seinen kleinen Finger rühren konnte. Eine schwere Infektionskrankheit, das Guillain-Barrée-Syndrom (GBS), hatte seine Nerven komplett zerstört. Auf gerade mal fünf Prozent taxierten die Ärzte seine Heilungschancen damals. Pusch hat es trotz aller Widerstände geschafft. Jetzt will er anderen Betroffenen Mut machen: Unter dem Motto „Vom Rollstuhl aufs Rad“ fährt der Wilhelmsburger am 24. August bei den Hamburger Cyclassics mit.
Was noch fehlt, ist die passende Ausrüstung: Rennrad, Bekleidung, Fahrradschuhe. Dafür sucht Pusch Sponsoren. „Ich möchte anderen mitteilen, dass man nie aufgeben darf“, sagt Pusch. „Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels!“
Puschs Krankengeschichte ist gezeichnet von unermesslichem Leid – aber auch von eisernem Durchhaltewillen: Anfang 2012 hatte er sich im Urlaub mit einer Grippe angesteckt, die nicht abheilen wollte. Dazu kamen starke Rückenschmerzen und Taubheitsgefühle in Händen und Füßen. „Ich war ständig müde und kaputt“, erinnert er sich. Dann die niederschmetternde Diagnose. Fast ein ganzes Jahr verbrachte Pusch in Kliniken und Rehaeinrichtungen – anfangs komplett bewegungsunfähig, gefangen im eigenen Körper. „Ich hatte mich schon abgeschrieben“, sagt Pusch. Doch mit Hilfe seiner Lebensgefährtin, seines besten Freundes und eines „Klasse-Therapeuten“ schaffte er es, wieder auf die Beine zu kommen. Seine Facebook-Seite (Kontakt siehe unten) zeigt Fotos von Pusch, wie er – um 40 Kilo abgemagert – seine ersten Gehversuche am Rollator macht.
Heute fährt Pusch wieder mit dem Drahtesel zur Arbeit und trainiert zweimal pro Woche im Fitnessstudio. Aufgrund seines Engagements ernannte ihn die Deutsche GBS-Initiative zu ihrem Hamburger Vertreter. Das Ziel lautet jetzt: Cyclassics. Erfreulich: Der Veranstalter hat ihn bereits gratis für die 55-Kilometer-Distanz angemeldet. Fehlt noch das Zubehör. „Zur Not fahre ich mit meinem alten Treckingrad“, sagt Pusch. „Aber das wird schwierig wegen dem Zeitlimit.“
Kontakt: www.facebook.com/andreasgbs
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