Viele Hürden für altes Kino

Konrad Grevenkamp will das Haus an der Ecke Vogelhüttendeich/Mokrystraße an ein Wohnprojekt vermieten.

Neuer Eigentümer will Altbau in der Mokrystraße sanieren und Rialto Kino erhalten

Konrad Grevenkamp steht in der Mokrystraße vor dem rund 100 Jahre alten Wohnhaus, das ihm seit Mitte September gehört. Der 59-jährige trägt Jeans und Lederjacke und ist mit dem Rad aus St. Pauli nach Wilhelmsburg gekommen, um zu erzählen, was er mit dem Gebäude und dem angrenzenden Rialto Kino, das er ebenfalls gekauft hat, plant. „Ich liebe solche wunderschönen alten Häuser und sehe es als meine Aufgabe, sie zu sanieren“, sagt Grevenkamp. Zwei Häusern in der Fährstraße hat er schon zu neuem Glanz verholfen, eines im Vogelhüttendeich neu gebaut. Der Bauunternehmer genießt einen guten Ruf auf der Elbinsel, soll bei Mietern beliebt sein.
Mit der Sanierung will Grevenkamp im Dezember beginnen. Das Haus, das er von der Grundstücksgesellschaft Nordelbe erworben hat, stand drei Jahre lang weitgehend leer, seine Fassade ist von tiefen Rissen durchzogen. „Es ist abgesackt und muss neu gegründet werden“, erklärt der neue Eigentümer. Nach der Sanierung will er das Haus an ein Wohnprojekt vermieten, Interessenten gebe es bereits. Läuft alles nach Plan, könnten die neuen Mieter schon im Oktober 2015 einziehen.
Auch das Rialto will Grevenkamp sanieren – vorausgesetzt er findet einen Betreiber für das alte Lichtspielhaus. Keine einfache Aufgabe, weiß Vorbesitzer Stephan Reifenrath. Im vergangenen Jahr hatte er das Kino vorübergehend und mit viel ehrenamtlicher Hilfe zum Leben erweckt. Gerne hätte er es weiter betrieben, erzählt Reifenrath. „Man muss etwa 500.000 Euro in die Sanierung stecken, plus 200.000 Euro für die Technik. Es ist fraglich, ob sich das mit einem Ein-Raum-Kino einspielen lässt“, sagt er. Reifenrath wollte das Risiko nicht eingehen und verkaufte schließlich an Grevenkamp, seinen „Wunschkandidaten“, wie er betont.
Auch im Bezirksamt hält man eine Neueröffnung des kleinen Kinos mitten im Wohngebiet für schwierig. Für die nötige Nutzungsgenehmigung gibt es eine Reihe von Auflagen. Es fehlen Rettungswege, Brandschutzanforderungen und Lärmauflagen müssen erfüllt und ausreichend Pkw- und Fahrradstellplätze für Gäste einrichten werden, sagt Bezirksamt-Sprecher Norman Cordes. „Es ist wünschenswert, dass Wilhelmsburg ein Kino erhält, aber fraglich, ob das an diesem Stadtort sein muss“, so Cordes.
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