Viel Papierkram für Beerdigung

Die Söhne der verstorbenen Heidi M. (62) und deren Lebensgefährte sind auf das Wilhelmsburger Sozialamt nicht gut zu sprechen. Erkannt werden wollen sie aber nicht.

Für ein Sozialbegräbnis fehlten immer neue Unterlagen – Angehörige fühlen sich vom Sozialamt schlecht beraten

Ein Todesfall in der Familie ist immer ein Schock. Die Angehörigen müssen nicht nur mit ihrer Trauer fertig werden, sondern zusätzlich auch noch die Beerdigungsformalitäten erledigen. Horst M. (30) und Klaus M. (28) hat es besonders hart getroffen: Nach dem Tod der Mutter bekamen die Brüder Probleme mit dem Sozialamt, das die Kosten für das Begräbnis übernehmen sollte. „Immer wieder fehlten denen irgendwelche Papiere“, schimpft Horst M..
Die beiden Wilhelmsburger, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, sind sauer. Obwohl ihre Mutter Heidi M. bereits am 14. November nach schwerer Krankheit verstorben sei, habe das Amt erst über zwei Wochen später das Ok zur Beerdigung gegeben. „Reine Schikane!“, so der Vorwurf der Männer. Ihr Erfahrungen auf dem Amt schildern sie so: „Unser Sachbearbeiter hatte keine Ahnung, ging ständig raus, um nachzufragen, das war wohl ein Lehrling“, ärgert sich Klaus M.. Sein Bruder ergänzt: „Wir hatten alle geforderten Papiere besorgt, Sterbeurkunde, Kontoauszüge, Sparguthaben, doch dann hieß es plötzlich, die Kontoauszüge seien nicht aktuell.“
Beim zweiten Besuch im Amt hieß es dann, sie müssten zuerst noch das Geld vom Sparbuch abgeben, beim dritten Besuch wurden sie dann zum Gericht geschickt, wo sie das Erbe ausschlagen sollten. So sei es munter weitergegangen. „Wir mussten tagelang hin- und herfahren“, so Horst M.. „Es kann doch nicht sein, dass es mit der Beerdigung so lange dauert!“
Das Bezirksamt Mitte weist die Vorwürfe entschieden von sich. „Die Brüder M. wurden nicht von einem Azubi, sondern von einem neuen Mitarbeiter im gehobenen Dienst betreut, der zuvor eingearbeitet wurde“, erklärt Behördensprecher Lars Schmidt-von Koss. Der hätte allerdings ganz schön Mühe gehabt, bei dem Wust an Papieren durchzusteigen. „Die Angehörigen hatten eine Vielzahl von ungeordneten Papieren dabei, die sie selbst noch nicht durchgesehen hatten.“ Außerdem hätten sie erst am 22. November erstmals im Amt vorgesprochen, und schon eine Woche später sei ihnen der Bestattungsauftrag ausgehändigt worden. Schmidt-von Koss: „Dafür, dass so viele Papiere fehlten, ging das noch relativ schnell.“
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1 Kommentar
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Henrik Friske aus Heimfeld | 11.12.2011 | 09:24  
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