Viel mehr als eine Bibliothek

Bis zu 70 Schüler der Stadtteilschule strömen in den Pausen in die Bibliothek.

Stadtteilbücherei ist eine beliebte Anlaufstelle für Eltern und Kinder auf der Veddel

Donnerstag, 14 Uhr in der Stadtteilbücherei Veddel: Zwischen den Regalen wuseln Kinder herum, unterhalten sich, lachen, blättern in Büchern. „In den Pausenzeiten sind hier bis zu 70 Schüler“, erklärt Francine Lammar vom Verein Veddel aktiv, Träger der kleine Bibliothek. Nur wenige Minuten später sitzen die Mädchen und Jungen wieder im Unterricht, und es ist still geworden in den Räumen in der Slomanstraße 10. In ihre Klassen gelangen die Schüler durch den Seiteneingang der Kinder- und Jugendbibliothek, die in Räumen der Schule auf der Veddel untergebracht ist. „Wir sind aber keine Schulbibliothek“, betont Lammar. „Die Stadtteilbücherei können alle nutzen, die auf der Veddel leben.“
Ursprünglich war die Einrichtung Teil der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖB). Als die Ausleihzahlen so stark zurückgingen, dass man die Veddeler Zweigstelle vor etwa 15 Jahren schloss, führten Mütter aus dem Stadtteil die Bücherei mit Unterstützung von HÖB und Veddel aktiv weiter. Vor einigen Jahren hat der Verein die Leitung ganz übernommen. Heute kann Francine Lammar nicht über mangelndes Interesse klagen. Die kleine Bibliothek hat zurzeit rund 350 aktive Nutzer. Dabei ist die Einrichtung viel mehr als eine Bibliothek, sie ist Beratungsstelle für Eltern, Pausenraum, Spielplatz und Veranstaltungszent-rum in einem. „Hier spielt sich enorm viel Elternarbeit ab“, sagt Lammar. „Wir sind ein wichtiger Treffpunkt für den Stadtteil.“
Das liegt zum einem an den vielen Angeboten der Bibliothek (siehe Infokasten), und zum anderen daran, dass der Medienbestand der reinen Kinder- und Jugendbibliothek passgenau auf ihre Nutzer zugeschnitten ist. „Wir schauen, dass wir alle Kinder im Stadtteil ansprechen“, erklärt Lammar. Dazu gehört zum Beispiel ein großes Angebot an Bilderbüchern in den vielen Muttersprachen der Nutzer – darunter Türkisch, Albanisch, Farsi, Russisch, Polnisch und Portugiesisch. „Es ist wichtig, dass Eltern Kindern vorlesen, wenn sie klein sind“, erklärt Lammar. Sobald ihre Schützlinge selbst lesen können, sollten sie jedoch deutsche Bücher lesen. Dafür bietet die Bibliothek eine große Auswahl an Büchern für Erstleser an.
Insgesamt hat die Stadtteilbücherei 3.000 Medien im Bestand – neben Büchern können auch DVDs, CDs und Spiele ausgeliehen werden. Finanziert wird die Einrichtung durch den Schulverein der Schule auf der Veddel, den Bezirk Mitte und Spenden und Sponsoren.


Info: Bücherei
Öffnungszeiten Ausleihe:
di 12-19 Uhr, mi 10-14.30 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr nur für Eltern/Familien, do 10-19 Uhr
Kosten: Ein unbefristeter Leseausweis kostet einen Euro
Veranstaltungen:
• Familiennachmittag mittwochs ab 16.15 Uhr, am 18. März gemeinsames Basteln, am 25. März Familienkino
• Gedichte für Wichte für Kinder unter drei Jahren, dienstags, 11-12 Uhr
• Mädchenzeit dienstags und donnerstags 16.30-18.30 Uhr
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