Verkehrsentwicklung: IBA konnte nicht punkten

Kleine Protest-Perfomance beim IBA-Kongress im Bürgerhaus, organisiert vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. (Foto: Heinz Wernicke)

BUND: Trotz vorbildlicher Ansätze scheitert IBA am Senat

Zur Eröffnung der internationalen Bauausstellung (IBA) gab es Lob vom Bürgermeister, aber erwartungsgemäß auch Schelte. Häufigster Vorwurf: Die Aufwertung des Stadtteils führe zu steigenden Mieten und Verdrängung, fürchten Anwohner. Zweiter Punkt: Zentrale Klimaschutz-Projekte seien nicht umgesetzt worden, kritisierte der Naturschutzbund BUND. An dritter Stelle steht der Verkehr: „Trotz vorbildlicher Ansätze konnte die IBA auch bei dem wichtigen Thema Verkehrsentwicklung nicht punkten“, urteilt BUND-Chef Manfred Braasch.
So hätten die IBA-Planer die Wilhelmsburger Reichsstraße stadtteilverträglich rückbauen wollen, seien damit aber am Senat gescheitert. „Dieser will die Reichsstraße gegen den erklärten Willen der Bevölkerung an die Bahntrasse verlegen und mit dem Charakter einer Stadtautobahn sogar noch aufwerten“, so Braasch.
Ins gleiche Horn bläst Manuel Humburg vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. Beim IBA-Kongress am vergangenen Sonnabend im Bürgerhaus erinnerte er die IBA-Verantwortlichen an die Position, die sie noch 2009 zu den Verkehrsplänen der Elbinsel gehabt hätten: „Es ist verkehrsplanerisch anerkannte Praxis, überregionalen Autobahnverkehr nicht durch Stadtgebiete, sondern um sie herum zu führen“, zitierte Humburg aus einer Stellungnahme der IBA. Dennoch habe der Senat just zur Eröffnung der IBA seine beiden Autobahnprojekte für die Elbinseln bekräftigt: Die Hafenquerspange wurde Anfang März für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet, der Kompromissvorschlag der Bezirksversammlung Mitte abgeschmettert, die Geschwindigkeit auf der Reichsstraße zu verringern. Humburg: „Wir wünschen uns von der IBA Hamburg einen kraftvollen Widerspruch.“
Auch die Linke bringt die IBA mit dem Thema Verkehr in Zusammenhang: Wenn die IBA zukunftsweisend sein wolle, müsse sie für günstige Wohnungen und eine gute Infrastruktur sorgen. „Was Wilhelmsburg nicht braucht, ist eine Hafenquerspange und eine vierspurige Autobahn durch den Stadtteil, die den Tarnnamen Reichsstraße trägt“, so die Bürgerschaftsabgeordnete Heike Sudmann.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.