Veringstraße: Kein Platz für Busse?

Ganz schön eng hier: Nach Meinung der Hochbahn ist der Durchmesser des Verkehrskreisels in der Veringstraße jedoch auch für Gelenkbusse groß genug. Foto: cvs

Anwohner: Verkehrskreisel ist „rausgeschmissenes Geld“

Von Christopher von Savigny.
Der große Gelenkbus kommt nur schwer um die Kurve: Ein kleines Stück weit rollt der Fahrer der Linie 13 in den neuen Kreisel an der Ecke Veringstraße / Vogelhüttendeich hinein, um dann abrupt abzustoppen und sein langes Gefährt nach kurzem, mühevollen Rangieren schließlich doch mitten über die Kreuzung zu steuern.
Ein häufiges Bild, sagt Ralf Liewald, Anwohner und selbst regelmäßiger HVV-Nutzer. „Ich nehme meistens den 156er, der am Mengeplatz losfährt“, erzählt er. Am besagten Verkehrskreisel gebe es jedesmal Chaos. „Manche Busfahrer quälen sich rum, andere wissen nicht weiter und fluchen los.“ Auch die übrigen Autofahrer wüssten nicht Bescheid, bögen falsch ab oder wirkten orientierungslos. „Diese Baumaßnahme halte ich für rausgeschmissenes Geld“, so Liewald.
Der nördliche Abschnitt der Veringstraße – vom Stübenplatz bis etwa 50 Meter südlich der Mannesallee – war in diesem Jahr umgebaut worden, um Radfahrern und Fußgängern mehr Raum zu geben.
HVV-Buss dürfen
gerade durchfahren
Radwege wurden auf die Straße verlegt, Fußwege verbreitert. Der betroffene Abschnitt gehört zur „Veloroute 11“, die damit ausgebaut und ertüchtigt wurde.
Autofahrer dürfen nur noch mit 25 Kilometern pro Stunde unterwegs sein. Der neue Verkehrskreisel wurde Mitte Ok-tober eingeweiht. Er ersetzt
eine Ampelanlage und soll zur Verkehrsberuhigung beitragen, da die Verkehrsteilnehmer jetzt verstärkt aufeinander Rücksicht nehmen müssen. In seiner Mitte ist der Kreisel gepflastert. Eine fünf Zentimeter hohe Bordsteinkante soll Verkehrsrowdys den Spaß am Rasen nehmen.
HVV-Busse jedoch dürfen die Kreuzung nach Auskunft der Hamburger Hochbahn ganz offiziell in gerader Linie durchfahren – jedenfalls, wenn es die Situation gebietet. „Ist durch andere Fahrzeuge bedingt der Kreisel auf der eigentlichen Fahrbahn nicht groß genug, hat der Busfahrer die Möglichkeit, den Kreisel auch enger zu durchfahren“, sagt Sprecher Christoph Kreienbaum. Selbstverständlich informiere man die Fahrer über bauliche Veränderungen auf den Linienwegen. „Die Kollegen sind aber auch Profis, die sich den ändernden Verkehrssituationen anpassen können.“

Kreisverkehr
Nach den „Planungshinweisen für Stadtstraßen“, die vor einigen Jahren von der Stadtentwicklungsbehörde (damals BSU) herausgegeben wurden, sollen Kreisverkehre den Verkehrsfluss verbessern, Ampeln unnötig machen und die Unfallhäufigkeit verringern.
„Kreisverkehre stellen bei bestimmten verkehrlichen Voraussetzungen und örtlichen Gegebenheiten eine leistungsfähige, sichere, wirtschaftliche und umweltfreundliche Knotenpunktform dar“, heißt es dort. Unterschieden werden große Kreisel von mehr als 60 Metern Durchmesser, kleine (mehr als 26 Meter) und Minikreisverkehre (15 bis 25 Meter). Bei der Kreuzung Veringstraße / Vogelhüttendeich handelt es sich um einen Minikreisverkehr.
Dazu steht im BSU-Papier: „Die Kreisinsel darf von großen Kfz überfahren werden.“
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