Veddel: Hausmüll lockt die Ratten an

Auf der Veddel hat es einen „starken Rattenbefall“ gegeben. Nach Angaben des Bezirksamtes soll die Anzahl der Nager inzwischen deutlich zurückgegangen sein. Foto: panthermedia

Fallen mit Giftködern liegen aus – Angst vor Übertragung von Krankheiten übertrieben

Von Christopher von Savigny.
Schon einen Meter sind Gras und Unkraut an der Veddeler Brückenstraße hoch. Im dichten Gestrüpp der Baumscheiben haben sich leere Flaschen und Joghurtbecher angesammelt, mancherorts sogar alte Fahrräder. Nicht viel besser sieht es im Immanuelpark aus: Auf dem Rasen Picknickreste, unter den Büschen ausgediente Werbeprospekte und nicht zuletzt eine große, gammelige Matratze.
Keine Frage: Die Veddel hat ein akutes Müllproblem. Und eine Rattenplage noch dazu. Das jedenfalls hat Bezirkspolitiker Klaus Lübke festgestellt. Schuld seinen die Anwohner selbst mit ihrer laxen Einstellung zur Müllentsorgung: „Viele werfen ihren Hausmüll aus Bequemlichkeit gar nicht mehr in die Tonne, sondern stellen ihn einfach daneben ab“, ärgert sich der SPDler, der selbst im Stadtteil zu Hause ist. Eigentlich sei es eher kontraproduktiv, dass die Stadtreinigung regelmäßig die Reste entsorge. „Denn so gewöhnen sich die Leute dran und machen immer weiter. Man muss an die Leute appellieren, dass sie auf ihr Verhalten achten – auch auf das ihrer Nachbarn!“
Das in solchen Fällen zuständige Institut für Hygiene und Umwelt bestätigt, dass die Veddel im Sommer unter „stärkerem Rattenbefall“ zu leiden hatte. „Von einer Rattenplage konnte man allerdings nicht sprechen“, sagt Pressevertreterin Sinje Lehmann. Aufgrund der herbstlichen Temperaturen sei die Anzahl der
ungeliebten Nager inzwischen deutlich zurückgegangen. Dennoch habe man Fallen mit Giftköder aufgestellt. Zur Sicherheit sei dem Lockmittel immer ein Bitterstoff beigemengt, um versehentlichen Herunterschlucken zu vermeiden.
Als Verursacher für die Rattenzunahme hat das Hygieneamt ebenfalls die Bewohner ausgemacht. Auch bei einer Vogelfütterung könne viel noch Essbares für Ratten liegenbleiben. Zum Thema „Übertragung von Krankheiten“ sagt Lehmann: „Grundsätzlich ist das natürlich möglich – wir halten das aber für Panikmache!“
Laut Bezirksamt wird der Park „regelmäßig“, die Baumscheiben „ein- bis zweimal pro Jahr“ gepflegt. Die nächste Mähaktion stehe unmittelbar bevor. „Die Reinigung von Buschwerk und Gehölz gestaltet sich hingegen sehr schwierig aufgrund des dichten Bewuchses“, sagt Bezirksamtssprecher Norman Cordes. Nach Auskunft des bezirklichen Fachamts für Stadt- und Landschaftsplanung steht für die Grünpflege „nur ein enges Budget zur Verfügung“.
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