Und noch einmal: Ärgernis S-Bahn Wilhelmsburg

Wann? 01.10.2012

Wo? s-Wilhelmsburg, Hamburg DE
Problemfall Kinderwagen
Hamburg: s-Wilhelmsburg | Viel beschrieben, aber unverändert. Also noch einmal:
Die Wilhelmsburger Bevölkerung wurde nicht gefragt, ob sie 2013 die IGA und IBA auf ihrer Insel haben will. Hätte sie gewusst, welche Probleme durch diese Ausstellungen schon im Vorlauf auf sie zukämen, dann hätten die Wenigsten begeistert ja gesagt!
Schon jetzt haben viele Wilhelmsburger kein Verständnis mehr. Immer wieder hört man Meinungen wie. „Besucher auf die Insel locken ist ja schön und gut. Aber nicht auf unsere Knochen! Man darf die Menschen, die bereits hier leben, dabei nicht vergessen.“
Das mit den Knochen ist dabei wörtlich gemeint. Gerade ältere Einwohner haben Angst vor Knochenbrüchen, wenn sie an der Behelfstreppe stehen, die sie zum Bahnsteig bringen soll. Sie ist aus Holz, sehr steil und hat recht schmale Stufen. Menschen mit Behinderungen haben keine Chance. Der Fahrstuhl ist seit Abriss des alten Zugangs ersatzlos gestrichen. Auch junge Mütter mit Kinderwagen sind auf die Hilfe anderer Fahrgäste angewiesen. Rainer S. aus Neugraben ist nach einer Knie-OP auf einen Rollator angewiesen. Er schimpft: „Mein Arzt ist am Adolf-Menge-Platz. Ich muss öfter zur Untersuchung ins Krankenhaus Groß-Sand. Nun muss ich immer bis Veddel fahren, weil es dort einen Fahrstuhl gibt.“ Den Umweg nehmen einige ältere Wilhelmsburger ebenfalls in Kauf. Frau Helga K. aus Kirchdorf-Süd fährt mit dem Bus bis S-Wilhelmsburg und steigt dann in den Bus der Linie 154 um. Ab Veddel geht es weiter mit der S-Bahn, die sie dann zum Hauptbahnhof bringt. Eine zeitaufwändige Angelegenheit. Da man von der Haltestelle der Linien 13 und 152, die aus Kirchdorf kommen, auch noch ein ganzes Stück bis zur Haltestelle der Linie 154 in Richtung Veddel laufen muss ist es für Alte und Behinderte kein Vergnügen, zumal der Winter vor der Tür steht. Nicht-Wilhelmsburger haben oft Schwierigkeiten, die richtige Haltestelle für eine Weiterfahrt mit dem Bus zu finden. Durch die Absperrungen der Baustellen ist das Gelände total unübersichtlich.
Aber auch jüngeren Fahrgästen graut es vor dem Winter. Eis und Schnee auf der Treppe macht diese zu einem Gefahrenpol. Für viele Wilhelmsburger ist die S-Bahn ein unumgängliches Transportmittel zur Arbeitsstelle oder zur Schule.
Aber hätte es eine Alternative gegeben? Der Eingang an der Keindorffstraße hätte im Vorwege mit einem Fahrstuhl versehen werden können. Man hätte ihn zum vorübergehenden Hauptzugang machen können, wenn die Rasenfläche zwischen dem Wilhelm-Strauß-Weg und dem Spielplatz zur Bushaltestelle ausgebaut worden wäre. Die langen Wege beim Umsteigen hätten damit ebenfalls vermieden werden können.
Pläne werden eben am grünen Tisch gemacht, von Leuten, die nicht täglich mit der S-Bahn von Wilhelmsburg auf die andere Seite der Elbe fahren müssen!
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5 Kommentare
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Frank G. aus Kirchdorf | 08.10.2011 | 23:55  
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Sve Schö aus Wilhelmsburg | 17.10.2011 | 12:44  
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Eva Maria Schnoor aus Wilhelmsburg | 17.10.2011 | 13:16  
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Eva Maria Schnoor aus Wilhelmsburg | 18.10.2011 | 11:25  
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Eva Maria Schnoor aus Wilhelmsburg | 16.11.2011 | 18:29  
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