Trotz Lärm und Sog: Strand ist beliebt

Trotz des S-Bahnlärms von der Eisenbahnbrücke ein lauschiges Plätzchen: „Ich komme bestimmt wieder nach Finkenriek“, sagt Enrico Reimers aus Neuwiedenthal (mit Aaliyah und Aleyna). (Foto: cvs)

Elbstrand Finkenriek: Behörde rät dringend vom Schwimmen ab

In regelmäßigen Abständen rattert lautstark ein Zug über die Elbbrücken, im Sand liegen noch die Reste vom Lagerfeuer der letzten Nacht, die Strömung des Wassers ist zum Schwimmen eigentlich zu stark – dennoch: der Elbstrand Finkenriek ist bei Anwohnern und Zugereisten nach wie vor beliebt. „Ich selbst gehe hier nicht ins Wasser, dafür aber mein Hund umso lieber“, sagt Anna Calvi aus Eimsbüttel.
Die 38-Jährige macht gerne Ausflüge in das südliche Wilhelmsburg. Während der Sommermonate überzeugt der naturbelassene und mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Strand nahe der Elbbrücken mit seinem herben Charme. Das idyllische Ufer ist – im Gegensatz zu den Stränden auf der anderern Elbseite – noch nicht so überlaufen. Auch Enrico Reimers aus Neuwiedenthal ist begeistert. Mit Aaliyah (2) und Aleyna (3) genießt er Sonne und Strand. „Trotz des Bahnlärms komme ich bestimmt wieder nach Finkenriek!“, sagt er. Ein paar Meter weiter plantscht ein Pärchen im flachen Wasser. „Klar, hier kann man auch schwimmen“, versichert es.
Das Wasser ist mit 21,6 Grad zwar angenehm warm, doch die Umweltbehörde (BSU) sieht Badende an dieser Stelle gar nicht gerne. Ein auffälliges Schild warnt vor der starken Strömung, bei der selbst gute Schwimmer Mühe haben, dagegen anzukämpfen. „Schwimmen und Baden am Finkenrieker Strand ist lebensgefährlich“, stellt BSU-Sprecher Volker Dumann unmissverständlich klar. Zur starken Strömung kämen der rege Schiffsverkehr und die geringe Sichttiefe von knapp einem Meter. „Das macht es nach einem Badeunfall fast unmöglich, den Verunglückten wiederzufinden“, so Dumann.
Davon abgesehen ist die Wasserqualität hervorragend: Keine Keime, keine Bakterien, keine Tenside. Der PH-Wert liegt bei 7,5, was auf eine geringe Algendichte hinweist. Dumann: „Die Werte sind prima, aber Sog und Sichttiefe sind hochgefährlich. Wer hier badet, ist lebensmüde!“

Behörde duldet Grillen am Elbstrand:
Die zweijährige Darja aus Wilhelmsburg verletzte sich am vorletzten Wochenende am Ostseestrand, als sie in glühende Kohlen trat. Strandbesucher hatten ihre schwelenden Grillreste mit Sand bedeckt, die Zweijährige tappte mit nackten Füßchen in die heiße Falle. Immer wieder kommt es zu solchen Unfällen, auch in Hamburg. Ist Grillen an den Hamburger Elbstränden überhaupt erlaubt? Rechtlich gesehen handelt es sich um eine Grauzone, denn in „Landschaftschutzgebieten“ – und dazu gehörden die Elbstrände – sind offene Feuer grundsätzlich verboten. Dennoch drücken die zuständigen Bezirksämter und die Hamburg Port Authority (HPA) beide Augen zu. „Grillen ist nicht ausdrücklich erlaubt, wird aber geduldet“, bestätigt HPA-Sprecherin Sinje Pangretz. Am Finkenrieker Strand sollen 2014 sogar Aschebehälter aufgestellt werden, in denen abgebrannte Kohlereste entsorgt werden können. Wer glühende Kohle einfach im Sand vergräbt, riskiert, dass jemand hineintritt und sich verbrennt und muss mit einer Anzeige wegen Fahrlässiger Körperverletzung rechnen.
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