Tropfen auf heißem Stein

Dockville-Sprecher Jean Rehders (2010 mit einer Künstlerin): „Das Kunstcamp ist zu einem eigenen Kosmos herangewachsen.“ Foto: pit

Hamburgische Kulturstiftung fördert Dockville-Kunstcamp mit 10.000 Euro – Kosten für Mammut-Projekt steigen von Jahr zu Jahr

Das Kunstcamp des Dockville-Festivals hat eine Finanzspritze bekommen: Mit 10.000 Euro fördert die Hamburgische Kulturstiftung das Spektakel, bei dem 50 internationale bildende Künstler im Vorfeld des Festivals sechs Wochen lang gemeinsam leben und arbeiten. „Die Kulturstiftung unterstützt uns schon seit Jahren, allerdings noch nie in dieser Höhe – das ist schon wirklich super!“, freut sich Jean Rehders, Sprecher des Festival.
Seit mittlerweile sechs Jahren findet das Dockville-Kunst- und Musikfestival jeden Sommer am Reiherstieg-Knie statt. Angesagte Bands und spannende Kunst – das alles vor idyllischer Hafenkulisse – lockten von Jahr zu Jahr mehr Besucher nach Wilhelmsburg, über 20.000 waren es 2011. Mit dem Festival wuchs auch das Kunstcamp, das inzwischen zu einem riesigen Projekt herangewachsen ist. Allein hierfür belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund 150.000 Euro. Rehders: „Viele Menschen wohnen, leben, essen, arbeiten über mehrere Wochen vor Ort, die Künstler kommen mittlerweile aus sieben europäischen Ländern.“ Ab dem 26. Juli wird ein umfangreiches Programm mit Symposien, kleinen Konzerten und Workshops geboten, und während des Festivals vom 10. bis 12. August präsentieren die Künstler ihre Werke dann einem großen Publikum. „Das Kunstcamp ist zu einem eigenen Kosmos herangewachsen“, so Rehders.
Die Organisatoren planen, einen Verein zu gründen, um den Non-Profit-Gedanken des Kunstcamps zu unterstreichen. Die Finanzierung werde auch weiterhin zum Großteil über das Festival erfolgen. „So sehr wir uns über die 10.000 Euro freuen: es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, stellt der Dockville-Sprecher klar. „Wir müssen zusehen, dass wir das Format langfristig auf eigene Beine stellen, zumal noch immer völlig unklar ist, wie lange das Festival noch dort stattfinden kann.“
Das Gelände gehört der Hamburg Port Authority, die dort langfristig Hafenbetriebe ansiedeln will, und im nächsten Jahr braucht die internationale Gartenschau einen Teil des Festivalgeländes als „Eventfläche“. Für die Dockville-Veranstalter bedeutet das jedes Jahr aufs Neue: keine Planungssicherheit.
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