Toter Vogel erst nach 14 Tagen abgeholt?

Dieser tote Bussard soll fast 14 Tage am Siedenfelder Weg gelegen haben. Foto: www.brodowski-fotografie.de

Vogelgrippe: Anwohner vom Siedenfelder Weg erhebt schwere Vorwürfe – Behörde weist Anschuldigungen zurück

Die Vogelgrippe breitet sich in der Nachbarschaft aus. Bei einer tot auf der Binnenalster treibenden Möwe wurde der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen. Zuvor hatte es bereits sechs Fälle in Rothenburgsort (Kaltehofe) sowie drei im Tierpark Hagenbeck gegeben. Die Behörden sind nach eigenen Angaben gut auf dieses Szenario vorbereitet. Doch haben sie wirklich alles im Griff? Ein Fall aus Wilhelmsburg weckt Zweifel.

Die Schilderung aus Sicht der Anwohner: Mittwoch, 23. November: Ein Anwohner entdeckte einen toten Vogel, einen Bussard, im Siedenfelder Weg und informierte das Bezirksamt. Dann passierte tagelang nichts, der Kadaver liegt weiterhin an Ort und Stelle.
Sonntag, 27. November: Ein Mitarbeiter der Verwaltung rief bei dem Anwohner an und fragte, wo genau der tote Vogel liegt. Tage später kommt tatsächlich ein Mitarbeiter am Siedenfelder Weg vorbei. „Er hat den Bussard-
Kadaver aber nicht mitgenommen“, sagt Anwohner Gerhard Brodowski.
5. Dezember: Naturschützer Brodowski rief selbst bei der Behörde an und wies eindringlich auf den toten Bussard hin.
7. Dezember: Am Morgen war der Kadaver verschwunden – zwei Wochen nach der ersten Meldung.

Was sagt die Gesundheitsbehörde zu diesen Vorwürfen?
„Die Stadt stellt seit zwei
Wochen, auch am Wochenende, eine 24-Stunden-Rufbereitschaft sicher, um eine möglichst zeitnahe Sammlung toter Vögel, vor allem über eine beauftragte Fachfirma, sicher zu stellen. Nach den ersten positiven Fällen in Hamburg gab es aber tatsächlich einige Anrufe, die nicht an die richtige Stelle weiter geleitet wurden, wodurch ein nochmaliger Anruf nötig wurde oder sich eine Einsammlung verzögert hat.“
Dies sollte aber zwischenzeitlich geklärt sein“, teilte Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde, am 5. Dezember mit.
„Das zuständige Bezirksamt hat recherchiert, dass am 23.11.2016 eine erste Meldung unter der genannten Adresse einging – es war von einer Elster die Rede – und auch ein Tier dort eingesammelt wurde. Heute erfolgte eine weitere Meldung, in der Tat über einen Bussard. Auch diese Meldung wurde weiter geleitet und eine Abholung veranlasst.“
Dass der tote Bussard erst nach 14 Tagen eingesammelt wurde, bestreitet die Behörde. Sprecher Schmidt: „Von genau dieser Adresse sind in den vergangenen Tagen immer wieder Meldungen eingegangen und auch bereits mehrfach Vögel eingesammelt worden.“
Wie viele tote Vögel wurden der Behörde hamburgweit bislang gemeldet? Wie viele Kadaver eingesammelt? „Eine Statistik werden die Kollegen auch weiterhin nicht führen“, so Schmidt. „Die Ressourcen zur Abholung wurden noch einmal erhöht.“


Geflügelpest -
die wichtigsten
Antworten


Was ist Vogelgrippe oder
Geflügelpest? Das Wort
„Vogelgrippe“ bezeichnet eine Geflügelerkrankung durch Vogel-Influenzaviren. Diese kommen natürlicherweise bei Geflügel vor und sind häufig harmlos. Nicht so die Variante mit dem Virus H5N8 (Geflügelpest). Diese verursacht bei Hausgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern, schwere Schäden, ein Großteil des infizierten Geflügels verendet.

Ist Gefügelpest für Menschen gefährlich? Infektionen des Menschen mit den aktuell auftretenden H5N8-Viren wurden bislang nicht nachgewiesen.

Können sich Hunden und Katzen infizieren? Fleischfresser wie Hunde und Katzen können sich theoretisch infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen. Praktisch sind solche Fälle bislang nicht bekannt geworden. Hunde und Katzen können das Virus allerdings weiter verbreiten.

Was soll man tun, wenn man tote Vögel findet? Bei Fund von toten Wasservögeln, etwa von Schwänen, Enten, Gänsen und Möwen, von toten Greifvögeln wie Habichten und Bussarden sowie von toten aasfressenden Vögeln wie Krähen sollte der Fund unter S 040-115 (montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr) gemeldet werden.
Außerhalb dieser Zeiten werden Meldungen unter S 428 37 2200 entgegen genommen.
Mehr Infos unter www.hamburg.de/tierschutz
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