Tolles Angebot, aber keiner kommt

Hereinspaziert! Anna Schulz und Pastor Ulfert Sterz bieten zwei Mal im Monat eine Spielstunde für Kinder und Jugendliche im Gemeindehaus an.

Wenig Interesse an Spielstunde im Veddeler Gemeindehaus

Jugendarbeit auf der Veddel – keine leichte Sache. Anna Schulz, ehrenamtliche Mitarbeiterin der örtlichen evangelischen Kirche, bietet seit August im Gemeindehaus eine Spielstunde für 12- bis 17-Jährige an. Die Resonanz: schwach bis nicht vorhanden. „Wir telefonieren den Kindern hinterher“, erzählt sie. „Es wäre natürlich schöner, wenn sie von alleine in die Spielstunde kämen!“
Jeden zweiten und vierten Donnerstag können Kinder und Jugendliche von 16.30 bis 20 Uhr im Gemeindesaal in der Wilhelmsburger Straße ihre Freizeit verbringen, sich am Kickertisch austoben, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen, töpfern, basteln oder einfach Dinge tun, die den Kindern Spaß machen. Außerdem wird um 18 Uhr gemeinsam Abendbrot gegessen: Schulz, gelernte Hauswirtschaftsleiterin, kocht den jungen Besuchern immer eine leckere Mahlzeit. Den Kindern schmeckts zwar prima, regelmäßig erscheinen tun sie aber trotzdem nicht. „Dabei kommen viele Jugendliche hier richtig hungrig an“, weiß Ulfert Sterz, Pastor der Gemeinde.
Zu viele Jugendangebote gibt es auf der Veddel sicher nicht, daran kann das mangelnde Interesse also auch nicht liegen. Vor allem seit das Spielhaus in der Katenweide geschlossen hat, sieht es für den Veddeler Nachwuchs mau aus. Ebenso wenig kollidiert die Spielstunde zeitlich mit den Ganztagsschulen. Fakt ist: Es leben viele Kinder und Jugendliche auf der Veddel, sie prägen das Straßenbild. „Aber wir wissen einfach nicht, wo die Schüler nach dem Unterricht ihre Zeit verbringen“, so Pastor Sterz. Der kirchliche Hintergrund kann ebenfalls kaum für das Desinteresse verantwortlich sein, denn die Spielstunde ist bewusst kein christliches Angebot, sondern ein Angebot für Kinder jeglicher Religion und Nationalität.
Aufgeben möchte Anne Schulz, die für die Donnerstags-Termine extra aus Jenfeld auf die Veddel fährt, noch nicht. „Ich will schließlich auch Werte vermitteln“, betont sie.
Nächste offene Spielstunde am morgigen Donnerstag, 25. Oktober, ab 16.30 Uhr im Gemeindehaus, Wilhelmsburger Straße 73.
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