Tempo 30 soll für Nachtruhe sorgen

Auf der Harburger Chaussee darf demnächst von 22 bis 6 Uhr nur noch Tempo 30 gefahren werden.

Harburger Chaussee: Nächtliches Tempolimit geplant – Zoff zwischen SPD und Grünen

Der Senat hat dem Straßenlärm den Kampf angesagt. Damit Hamburgs Bürger in Zukunft besser schlafen können, soll ein nächtliches Tempolimit eingeführt werden – zunächst versuchsweise als Pilotprojekt. Und welche Straße würde sich für dieses Experiment bestens eignen? Richtig: die Harburger Chaussee, eine laute Hauptverkehrsstraße auf der Veddel. Hier gilt demnächst zwischen 22 und 6 Uhr Tempo 30. Doch kaum wurde die gute Idee verkündet, gabs schon Zoff zwischen SPD und Grünen im Bezirk Mitte.
„Die SPD in Mitte stimmt gegen Senat und Bürgerbeteiligung“, ärgert sich Michael Osterburg, GAL-Fraktionsvorsitzender im Bezirk Mitte. Der Grund für die Verstimmung: Im Verkehrsausschuss hatten SPD und CDU gemeinsam einen Antrag abgelehnt, in dem die Grünen genau das forderten, was der Senat jetzt umsetzen will: Tempo 30 nachts auf der Harburger Chaussee.
Warum bloß? Lehnt die Bezirks-SPD das Pilotprojekt ab? Oder nimmt sie die Wünsche der Bürger nach mehr Lärmschutz nicht ernst, wie Osterburg vermutet? „Es stellt sich für uns nun die Frage, ob das Pilotprojekt ‚30 bei Nacht auf der Harburger Chaussee‘ nur ein Alibiprojekt für Brüssel ist“, so der GAL-Chef. Hintergrund: Bis Mitte Juli muss Hamburg der EU Maßnahmen melden, mit denen die Bürger vor Lärm geschützt werden. Ein Tempolimit ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten.
Der Veddeler SPD-Abgeordnete Klaus Lübke versteht die Aufregung nicht. „Das Pilotprojekt Tempo 30 auf der Harburger Chaussee kommt“, versichert er. Man brauche keinen Antrag von den Grünen, da die Maßnahme bereits beschlossen sei. Lübke: „Ich wundere mich doch sehr, das Herr Osterburg jetzt den Baron von Münchhausen gibt.“
Sollten die Erfahrungen, die auf der Veddel gesammelt werden, positiv sein, wird das Pilotprojekt auf weitere Hauptverkehrsstraßen ausgeweitet. Im Hamburger Süden kommen laut Behörde die B73 im Bereich Buxtehuder Straße und die Winsener Straße in Frage.
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Kaspar von Sternberg aus Wilhelmsburg | 13.06.2013 | 20:46  
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