Stillstand wegen Pfusch am Bau

Deichschützer Uwe Sommer vor dem Container-Neubau: „Alles fertig, es fehlen nur noch die Versorgungsleitungen. Warum tut sich nichts?“

Deichwacht-Unterkunft: Behörde moniert handwerkliche Mängel

Die Freude war groß, als endlich ein neues Zuhause für Wilhelmsburgs Deichwacht gefunden war. Weil die alte Unterkunft baufällig ist, wurde den Ehrenamtlichen ein Wohncontainer-Neubau am Finkenriek versprochen. Inzwischen ist die neue Hütte bezugsfertig – fast. „Es fehlen nur noch die Zuleitungen für Wasser, Strom und Gas“, sagt Deichschützer Uwe Sommer. Doch auf der Baustellen herrscht Stillstand.
„Seit fünf Monaten tut sich hier nichts“, wundert sich Sommer. Die wöchentlichen Treffen würden nach wie vor in der maroden Unterkunft am Rotenhäuser Damm abgehalten. „Das ist nicht gut für die Moral der Leute,“ sagt er. Ein gemütliches Beisammensein sei wichtig für den Zusammenhalt. „Die Behörde denkt, im Notfall kommen die Deichschützer von alleine. Aber so läuft das nicht.“ Für Sommer sind die ruhenden Bauarbeiten ein klares Signal: „Da sieht man mal, wie wichtig wir denen sind.“
Mit „denen“ meint der Deichschützer das Bezirksamt Mitte. Das hatte zwar noch für die Finanzierung des Containers gesorgt, kümmert sich nun aber offenbar nicht ausreichend um die Bauarbeiten. Warum gehts nicht voran?
„Die Arbeiten wurden im Frühherbst eingestellt, da es zwischen Baufirma und Bezirksamt hinsichtlich der Güte der Bauausführung zu unterschiedlichen Auffassungen kam“, erklärt Behördensprecherin Sorina Weiland. Im Klartext: Es geht um Pfusch am Bau. Mehrere Punkte würden handwerkliche Mängel aufweisen, betroffen seien hauptsächlich der Sanitär- und der Aufenthaltsbereich. Weiland: „Es besteht Klärungsbedarf.“
Klärungsbedarf seit fünf Monaten? Kein Wunder, dass sich die Behörde auf keinen Einzugs-Termin festlegen will. „So schnell wie möglich“, heißt es nur.
Doch es gibt noch einen anderen Fallstrick, der die Fertigstellung des Baus verzögern könnte: Auf dem Gelände am Finkenriek könnten Blindgänger schlummern. Für den Containerbau spielte das keine Rolle, da der nur auf den den Boden aufgesetzt ist. Anders siehts bei den Versorgungsleitungen aus, für die muss Erde aufgebuddelt werden: „Bei Eingiffen in den Boden muss vorher sondiert werden“, stellt Jürgen Skolowski, Leiter der Abteilung Katastrophenschutz, klar. Deichschützer Sommer wundert sich: „Hätte man das nicht vorher klären können?“
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