Steht der Verlegung nichts mehr im Weg?

Die Wilhelmsburger Reichsstraße ist eine wichtige Verkehrsachse und verbindet Harburg mit der Innenstadt.

Reichsstraße: Hamburgisches Oberverwaltungsgericht lehnt zwei Eilanträge ab

Die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße ist rechtens – das teilte das Hamburger Oberverwaltungsgericht vergangene Woche mit. Das Gericht lehnte zwei Eilanträge ab, mit denen die Klagegemeinschaft „Rechtsschutz Lebensqualität Wilhelmsburg“ den Baubeginn stoppen wollte. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.
Wie wird die Entscheidung begründet?
Laut Gericht besteht ein öffentliches Interesse, so bald wie möglich mit den Arbeiten zu beginnen. Die Reichsstraße sei sanierungsbedürftig, besonders die Brücke über den Ernst-August-Kanal sei in einem sehr schlechten Zustand. Bevor es zu Sperrungen kommen muss, sollte die neue Straße fertig sein, so das Gericht.
Können die Bagger jetzt rollen?
Ja, auch wenn es noch Klagen gegen den Planfeststellungbeschluss der zuständigen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gibt. Wann das Oberverwaltungsgericht ein Urteil fällen wird, ist nicht absehbar. Mit der Ablehung der Eilanträge hätten die Klagen jedoch kaum noch Erfolgsaussichten, so ein Sprecher des Gerichts.
Wie reagiert die Klagegemeinschaft?
„Rechtsschutz Lebensqualität Wilhelmsburg“ kritisiert, dass das Oberverwaltunggericht den Eindruck erweckt, die Entscheidung über die Klagen sei schon gefallen. „Eine solche Entscheidung steht erst im Hauptverfahren an“, sagt Jochen Klein von der Klagegemeinschaft, zu der sich etwa 200 Wilhelmsburger zusammengeschlossen haben. Sie wollen die Beschlüsse des Gerichtes genau prüfen. Eine Beschwerde ist jedoch grundsätzlich nicht möglich.
Wie geht es weiter?
Die Vorarbeiten für die Verlegung haben nach dem ersten Spatenstich im vergangenen August begonnen. Bisher wurden die Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke auf Höhe des Katenwegs und der Leipeltstraße gegen höhere ausgetauscht. Nach Angaben der Wirtschaftsbehörde wird noch im November mit dem Abbruch von Gebäuden im Bereich des ehemaligen Bahnbetriebswerkes begonnen. Anfang 2015 folgen erste Arbeiten zur Vorbereitung des Umbaus der Anschlusstelle Kornweide und der Brücke über den Ernst-August-Kanal. Ab Frühjahr 2015 werden dann zwei Bahnbrücken im Bahndamm Abzweig Hohe Schaar gebaut.

Info: Verlegung der Reichsstraße
Die Bundesstraße soll zwischen den Anschlussstellen Georgswerder und Wilhelmsburg-Süd auf einer Länge von 4,6 Kilometern etwa 500 Meter nach Osten an die Bahnstrecke versetzt und auf 28 Meter Breite ausgebaut werden. Der Vorteil: Aus zwei Strecken, die Wilhelmsburg von Norden nach Süden zerschneiden, wird eine. Damit möchte die Stadt Lärm von Fahrzeugen und Zügen bündeln und mit einem Lärmschutzkonzept mindern und so für mehr Lebensqualität in Wilhelmsburg sorgen. Auf der frei werdenden Fläche ist Wohnungsbau geplant.
Die Verlegung der Straße und alle dafür nötigen Arbeiten werden nach heutigem Stand etwa 158,2 Millionen Euro
kosten – 136,5 Millionen Euro übernimmt der Bund. Damit wird die Maßnahme mehr als doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Zuerst hatte man mit 67 Millionen Euro gerechnet, im Planungsprozess waren es dann 130 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.