Sportplatz wird zum Containerdorf

Hier werden in den nächsten Wochen Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt.

Sozialbehörde will 130 Flüchtlinge am Kurdamm unterbringen

Auf dem ehemaligen Schulgelände am Kurdamm 8 werden rund 130 Flüchtlinge untergebracht. Sie sollen nach Plänen der Sozialbehörde spätestens Ende April in fünf doppelstöckige Wohnblöcke mit jeweils 20 Containern einziehen, die auf dem Sportplatz aufgestellt werden. Die Schulgebäude und das Gelände gehören der Stadt und werden nicht mehr genutzt, seitdem die dort untergebrachte Sprachheilschule im Mai 2013 in das neue Bildungszentrum „Tor zur Welt“ umgesiedelt ist.
„Der Standort ist frei und geeignet“, sagt Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde, und betont: „Wir brauchen jede Fläche.“ Die Behörde geht davon aus, dass in diesem Jahr 3.700 neue Plätze für Flüchtlinge in Hamburg geschaffen werden müssen. Bis Ende 2013 waren 2.500 davon bereits in Planung – darunter auch das Containerdorf am Kurdamm –, aktuell werden noch 1.200 gesucht. Am Kurdamm sollen Menschen untergebracht werden, die bereits mindestens drei Monate in Hamburg leben – so lange bis über ihren Asylantrag entschieden ist. Viele der Flüchtlinge, die zurzeit nach Deutschland strömen, kommen aus dem Bürgerkriegsland Syrien und aus Serbien oder Mazedonien.
Die Container-Unterkunft soll laut Sozialbehörde maximal drei Jahre auf dem Gelände stehen bleiben, denn langfristig ist dort Wohnungsbau geplant. Die Fläche am Kurdamm ist der zweite Bauabschnitt des IBA-Projektes Sonnenhöfe, bei dem im südlichen Abschnitt der Georg-Wilhelm-Straße zwischen dem Kurdamm und der Trettaustraße insgesamt rund 170 Wohneinheiten entstehen sollen. Der erste Bauabschnitt mit 48 Wohneinheiten nördlich vom Schulgelände ist bereits in der Umsetzung.
Vor Kurzem hatten Interessierte bei einem Infoabend des Bezirksamtes und der Sozialbehörde die Gelegenheit, sich im Bürgerhaus über die Unterbringung der Flüchtlinge zu informieren. „Es gab viel positive Resonanz von den Wilhelmsburgern“, berichtet der SPD-Abgeordnete Fred Rebensdorf erfreut. Statt Ablehnung habe es Fragen danach gegeben, wie man Kontakte mit den Flüchtlingen knüpfen könne, um sie in die Nachbarschaft zu integrieren. Über die Unterstützung der Wilhelmsburger freut man sich auch in der Sozialbehörde. „Eine Mutter möchte den zukünftigen Bewohnern den Stadtteil Wilhelmsburg mit seinen Möglichkeiten in englischer Sprache näher bringen und Führungen veranstalten“, berichtet Sprecher Marcel Schweitzer.
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