Spielhaus Veddel: Zu früh gefreut?

Den Kindern und Betreuern des Spielhauses wurden neue Container versprochen. Nun sollen sie ins Gemeindehaus umziehen. Leiterin Jini Holländer (mit roter Jacke): „Das mache ich nicht mit!“ Foto: pit

Versprochene Container wurden immer noch nicht aufgestellt – und jetzt wird plötzlich nach Alternativen gesucht

Von Claudia Pittelkow/Andrea Dietz.
Vor einem halben Jahr wurde das Spielhaus Katenweide wegen Schimmelbefall geschlossen. Kinder und Honorarkräfte konnten zwar übergangsweise in der Schule Slomanstieg untergebracht werden, doch diese Lösung war alles andere als ideal. Umso größer war die Freude, als das Bezirksamt Mitte grünes Licht für den Bau von Wohncontainern gab. Allerdings liegt diese frohe Botschaft inzwischen drei Monate zurück, passiert ist aber bis heute nichts. Spielhausleiterin Jini Holländer befürchtet das Schlimmste: „Ich glaube, dass die Container gar nicht mehr gebaut werden, weil sie zu teuer sind“, unkt sie.
Warum das zuständige Bezirksamt Mitte es binnen dreier Monate nicht geschafft hat, die zugesagten Container am Spielhaus aufzustellen, bleibt unklar. „Die nötige Baugenehmigung ist schon erteilt worden“, versichert Sprecherin Sorina Weiland. „Zurzeit holen die Architekten Angebote ein.“
Spielhausleiterin Holländer will aber anderes gehört haben: Angeblich soll Johannes Kahrs, Leiter des Jugendhilfeausschusses im Bezirk Mitte, nach Alternativen zu den kostspieligen Containern suchen. Und hat auch schon ganz konkrete Räumlichkeiten im Auge: den Gemeindesaal der Immanuelkirche. „Der ist aber völlig ungeeignet, das mach ich nicht mit“, so Holländer empört. Der Raum sei zu viel klein, die Treppe zu den Toiletten viel zu steil, außerdem kein Büro vorhanden. Holländer: „Da kann weder eine Mütter- noch eine Hebammensprechstunde stattfinden.“
Auch Pastor Ulfert Sterz ist laut Holländer nicht begeistert von den Plänen. Da in seinem Gemeindehaus nur ein einziger großer Raum vorhanden ist, könnte vieles an Gemeindearbeit nicht mehr stattfinden. Soll hier also mit einem Schlag erfolgreiche Kinder-und Jugendarbeit und Gemeindearbeit zunichte gemacht werden?
SPD-Bezirkspolitiker Klaus Lübke kann die aufgeregten Gemüter beruhigen. Es werde derzeit nur geprüft, ob man das Spielhaus-Angebot ins Gemeindehaus verlegen könne. „Wenn die Überprüfung ergibt, dass das nicht funktioniert, dann kommen die Container“, versichert er. „Und der Gemeindesaal ist absolut nicht geeignet!“, so Lübke.
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