Spielen kostet hier bald Eintritt

Julia (6) liebt den Spielplatz am Kuckuckshorn. „Am liebsten mag ich die Schaukel“, sagt sie. Foto: cvs

Gartenschau will Spielplatz am Kuckuckshorn in igs-Park integrieren

von Christopher v. Savigny

Seilbahn, Rutschen, Schaukeln und dazu ein 30 mal 15 Meter großer Bolzplatz mit Kunststoffbelag: Der Spielplatz am Kuckuckshorn zählt zu den größten und schönsten seiner Art im Stadtteil. Doch damit dürfte demnächst Schluss sein: Die Internationale Gartenschau (igs) will den Spielplatz umbauen und in ihren Ausstellungspark integrieren. Ab Anfang Juli wird das Gelände dicht gemacht.
„Eigentlich sollten die Baumaßnahmen bereits Anfang des Jahres starten, wir haben aber den Baustart so weit es geht nach hinten verschoben, damit die Kinder so lange wie möglich noch auf dem Platz spielen können“, erklärt Claudia Mohr, igs-Projektkoordinatorin für Freiraumplanung.
Kinder lieben den im Grünen gelegenen Platz. „Die Schaukel mag ich am liebs-ten“, sagt Julia (6), die durchschnittlich einmal pro Woche mit ihrem Vater vorbeischaut. Anwohnerin Astrid Kränkel ärgert sich über die Schließungspläne. „Das ist nicht fair“, sagt sie. „Kinder müssen toben können, um Körpergefühl zu entwickeln. Wo sollen sie jetzt hin? Hier in der Nähe gibt es doch nichts anderes.“
Laut Bezirksamt verfügt der Stadtteil über 20 öffentliche Spielplätze – der nächste befindet sich demnach an der Straße Groß Sand. Dies entspricht einem Fußweg von immerhin einem Kilometer.
Die igs will den Spielplatz für 500.000 Euro sanieren und umbauen. Besuchern aller Altersgruppen stehen Spiellandschaften mit spannenden Namen wie „Sumpf“ oder „Vulkan“ zur Verfügung – allerdings erst, wenn die Gartenschau im April 2013 ihre Pforten öffnet. Zudem wird ein saftiges Eintrittsgeld fällig: Erwachsene zahlen 21 Euro, Jugendliche sechs Euro. Nur Kinder bis sechs Jahre zahlen nichts. Erst nach Schließung der igs im Herbst 2013 kann der Spielplatz wieder frei genutzt werden.
Beim Bezirksamt bedauert man das – vorläufige – Aus für den Spielplatz Kuckuckshorn. „Das ist natürlich nicht optimal“, sagt Sprecherin Sorina Weiland. „Allerdings muss man auch sagen, dass sich die Verwaltung einen so teuren Umbau nie hätte leisten können.“


Spielplatz: Politik mischt sich ein
Die drohende Schließung des Spielplatzes am Kuckuckshorn, Ecke Peter-Beenck-Straße, ruft nun auch die Wilhelmsburger Politik auf den Plan: In einem Antrag, der vom Regionalausschuss beschlossen wurde, setzten sich die Grünen dafür ein, das Gelände nicht einzuzäunen. Es handle sich um den einzigen allgemein zugänglichen Spielplatz im Wohnumfeld, heißt es zur Begründung.
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Britta Steinecke aus Wilhelmsburg am 11.05.2012 um 12:39 Uhr  
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