SPD jubelte nur aus Schadenfreude

Johannes Kahrs, Direktkandidat für Mitte, verfolgte mit ernstem Gesicht die ersten Hochrechnungen aus den Wahlkreisen. Später kam ein Lächeln hinzu: 39,2 Prozent, klar gewonnen!

Kurt-Schumacher-Haus: FDP-Schlappe sorgte kurz für Heiterkeit

Auf Peer!“ Der ältere Herr im zerschlissenen Mantel prostete jedem fröhlich zu, der am Wahlabend das Kurt-Schumacher-Haus betrat. Bei den Obdachlosen aus St. Georg hatte es sich offenbar herumgesprochen, dass die SPD in ihrem Stammhaus am Besenbinderhof Freibier spendierte. Im Hinterhof liefen derweil die ersten Hochrechnungen ein, doch so richtig gute Stimmung wollte nicht aufkommen. Immerhin: „Wir liegen wieder vorn in Hamburg“, kommentierte SPD-Fraktionschef Andreas Dressel.
In fünf von sechs Wahlkreisen haben sich die SPD-Kandidaten durchgesetzt – für Dressel ein klares Zeichen, dass die SPD die Hamburg-Partei ist. Begeisterung wollte sich angesichts der 25,7 Prozent trotzdem nicht einstellen, stattdessen wurde gejubelt, als die Schlappe der FDP verkündet wurde. Als die Hochrechnungen aus den Wahlkreisen einliefen, drängelten sich im ersten Stock alle um den viel zu kleinen Fernseher. In der ers-ten Reihe: Johannes Kahrs, Direktkandidat für Mitte. Zuerst noch etwas angespannt, huschte bald ein breites Lächeln über sein Gesicht: Mit 39,2 Prozent gewann Kahrs haushoch gegen seinen CDU-Kontrahenten Dirk Marx (28,2 Prozent) und wird damit erneut in den Bundestag einziehen, wo er bereits seit 1998 sitzt.
Für den Wahlkreis Harburg/Bergedorf setzte sich der Wilhelmsburger Direktkandidat Metin Hakverdi gegen Herlind Gundelach durch. Mit 4,8 Prozentpunkten überholte er die CDU-Frau, die ebenfalls auf der Elbinsel wohnt (Hakverdi: 40,4 Prozent; Gundelach: 35,6 Prozent). Hakverdi tritt jetzt in die Fußstapfen von Ex-Bürgermeister Hans-Ulrich Klose (SPD) und zieht erstmals in den Bundestag ein. „Wir haben ein hervorragendes Ergebnis erreicht. Ich bin sehr stolz auf unsere SPD in Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg“, so Hakverdi.
Der Veddeler SPD-Abgeordnete Klaus Lübke fasst den Ausgang der Wahl in Kurzform zusammen. Sein Fazit: „Merkel bleibt Kanzler: Mies. Johannes Kahrs wiedergewählt: Super. Metin Hakverdi gewählt: Super. FDP raus: Verdient. AfD knapp nicht drin: Noch einmal gutgegangen. Auf der Veddel: Fünf Prozent mehr, 35 neue Wähler. Freut mich.“
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Andreas Scharnberg aus Neugraben | 26.09.2013 | 16:53  
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