Soulkitchen soll Kreativdorf werden

Die Rettung der dahinrottenden Soulkitchen ist teuer. Allein die Kosten für den Erhalt der „Soulkitchen-Halle“ und einer Nachfolgenutzung samt Bodensanierung werden auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt. Foto: tsilis

Verein will Eventhalle zu „Soulvillage“ ausbauen –
Stadt rückt dafür kein Geld raus

Von Andreas Tsilis.
Im Film „Soulkitchen“ gab es nach 99 Minuten ein „Happy End“, im wahren Leben schaut es für die Kultstätte traurig aus: Seit fast zwei Jahren verrottet die ehemalige Event-Halle, und die Stadt hat noch immer keine Antwort parat, was mit Grundstück und Gebäude geschehen soll. Anders der Verein Stadtkultur Hafen: Er möchte dort das „Soulvillage“ aufbauen und pachten - ein „charmantes, vitales und kreatives Dorf“, in dem Kunst, Kultur und viel Grün Kommunikation und Kreativität fördern und Erholung für alle bietet.
In den Jahren 2010 bis 2013 lockten zahlreiche Soulkitchen-Veranstaltungen über 30.000 Besucher und 1.000 Mitwirkende. Der ehemalige Dreh-Ort war schnell etabliert. Matthias Lintl, Mitinitiator des Unternehmens Soulvillage: „Wilhelmsburg hatte endlich einen überregional bekannten Ort mit sprühender Kreativität.“
Seitdem geht´s bergab mit der „Soulkitchen“, sie gammelt vor sich hin. Der Verein Stadtkultur Hafen will sie als „Kreativdorf“ zu neuem Leben erwecken. Dieses ehrgeizige Projekt hat viele Unterstützer, auch Bezirksamtsleiter Andy Grote wird eine gewisse Sympathie für die Idee nachgesagt. Hinsichtlich der Vereins-Pläne hält sich die Stadt als Eigentümerin aber bedeckt. „Das Konzept kann hier nicht beurteilt werden“, sagt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde.

Steuergelder für das
Soulvillage?

Ein dickes Problem ist die Finanzierung des Projekts. Nach brandneuen Berechnungen kos- ten Grundstückssanierung, Uferbefestigung, Erhalt und Nutzung der Soulkitchen als Event-Halle zwischen drei und 4,05 Millionen Euro.
Dass die Stadt Steuermittel in die Hand nimmt, um die Vereins-Idee zu ermöglichen, ist eher unwahrscheinlich. Zum einen ist die „Soulkitchen“ nicht im aktuellen „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) enthalten. Zum anderen müsste für die neue Nutzung das Industriegebiet zu einem Gewerbegebiet umgewidmet werden.
Was nun aus der „Soulkitchen“ wird, bleibt abzuwarten.

Soulkitchen
Das 16.617 Quadratmeter große Areal hatte 2013 einen Wert von 1,91 Millionen Euro, wenn es gewerblich genutzt wird. Laut Finanzbehörde betragen allein die Kosten für den Erhalt der „Soulkitchen-Halle“ und einer Nachfolgenutzung als Eventhalle/ Kantine zwischen 2,3 Mio. Euro und 2,9 Mio. Euro . Dazu kommt noch die Boden-sanierung. Ein Abriss der Halle ist derzeit nicht geplant. Der Verein Stadtkultur Hafen möchte über crowdfunding und nicht abgerufene Bundesmittel Gelder für sein Projekt sammeln. Die benachbarte Spedition will das Grundstück weder kaufen noch mieten.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.