So geht Natur

Im Osten der Elbinsel schafft Gisela Bertram (Stiftung Ausgleich Altenwerder) ein neues Biotop. Baggerfahrer Christian Kolbe hilft dabei. Im Hintergrund ziehen Autos ihre Bahnen – vor der Silhouette Kirchdorf-Süds. Foto:tsilis

Kirchdorf: Gisela Bertram schafft
eine neue Heimat für Pflanzen und Tiere

Von Andreas Tsilis.
Der Natur zurückgeben, was ihr anderenorts genommen wurde – das ist der Job von Gisela Bertram. Als Geschäftsführerin der „Stiftung Ausgleich Altenwerder“ sucht die Biologin seit über fünf Jahren im Hamburger Süden nach Grün- und Brachland, um den durch den des Containerterminals Altenwerder (CTA) erfolgten Eingriff in die Natur auszugleichen.
Ein schwieriges Unterfangen. „Vielversprechende Flächen sind dünn gesät“, sagt Bertram. Aktuell renaturiert sie am Siedenfelder Weg 155 rund dreitausend Quadratmeter Ackerland. Ab März sollen hier vermehrt Moorfrösche laichen. Ebenso wie die überraschend gesichtete Ringelnatter steht der kleine, braune Frosch auf der Roten Liste streng zu schützender Tiere. Ansiedeln sollen sich auch verschiedene Vogelarten, Libellen und Pflanzen.
Als Stadtmensch kann man kaum glauben, dass sich in wenigen Monaten der Acker in ein grünes Biotop wandeln soll. Nur rund hundert Meter entfernt ziehen täglich tausende Autos lautstark ihre Bahnen, dahinter erhebt sich Kirchdorfs aschgraue Hochhaus-Silhouette.
Doch Bertram ist Profi und glaubt, dass der Erfolg auch hier nicht lange auf sich warten lässt. Und so stapft die Naturschützerin unermüdlich bei minus drei Grad über die verwurzelte, festgefrorene Erde im Wilhelmsburger Osten.
Die klimatischen Verhältnisse seien „gut zum Gräben aufziehen“, lacht die Biologin und winkt Baggerführer Christian Kolbe zu, der mit seinem neun Tonnen Stahlkoloss büschelweise Schilf aus dem Wasser holt. Wenn alles fertig ist, werden die Gräben, auch dank ausgeklügelter Technik, ständig Wasser führen.
Dann soll, neben Bertram, auch ein beauftragter Landwirt nach dem Rechten sehen. Er darf im Gegenzug die Fläche bewirtschaften. Bertram wird dann wieder öfter an ihren Schreibtisch zurückkehren, Papierkram erledigen und nach neuen Ausgleichsflächen suchen.
38 Hektar Land, was ungefähr einem guten Drittel der (zubetonierten) Fläche des CTA entspricht, hat sie für die Stiftung bereits erworben. Weitere Flächen sollen folgen.

Stiftung Ausgleich Altenwerder
Die Stiftung „Altenwerder Ausgleich“ (insgesamt 5,9 Millionen Euro Budget) sucht naturnahe Flächen südlich der Norderelbe, die sie unter verschiedenen Naturschutzzielen entwickeln und pflegen will, um so die biologische Vielfalt zu fördern
Kontakt: Geschäftsführerin Gisela Bertram, Tel 28 00 77 32, www.stiftung-ausgleich-altenwerder.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.