Sie mischt seit 30 Jahren mit

Wurde mit der Elbinselnadel ausgezeichnet: Helga Schors aus Georgswerder.

Helga Schors wurde für ihr Engagement mit der Elbinselnadel ausgezeichnet

Wegen ihrer Sehschwäche hatte sich Helga Schors beim diesjährigen Jahresempfang im Wilhelmsburger Rathaus in die erste Reihe gestellt, direkt neben das Mikrofon. Ohne es zu wissen, hatte sie damit genau den richtigen Platz gewählt, denn die Georgswerderanerin wurde an diesem Abend mit der Elbinselnadel ausgezeichnet. Als Bezirksamtsleiter Andy Grote plötzlich ihren Namen nannte, sei sie aus allen Wolken gefallen. „Alle haben dicht gehalten, ich wusste von nichts“, sagt sie.
Die Anstecknadel in Form der Elbinseln aus 585er Gold wird alljährlich an Menschen vergeben, die sich durch ehrenamtliches Engagement verdient gemacht haben. Bei Helga Schors kommen ordentlich ein paar Jahre zusammen: Seit rund 30 Jahren setzt sie sich als Mitglied einer Bürgerinitiative beständig für ihren Stadtteil ein, hat so manchen Kampf gewonnen und auch ein paar verloren. „Ich bin von Natur aus ein politischer Mensch“, sagt sie.
1981 zog Schors von ihrer Heimatstadt Castrop-Rauxel, wo sie im gehobenen Verwaltungsdienst tätig war, nach Georgswerder, „der Liebe wegen“. Damals kämpften die Bewohner gegen eine Hafenschlickdeponie und für die Sanierung des Müllbergs. Schors war interessiert – und setzte sich ein. 1984 gründete sie mit ihren Mitstreitern den Arbeitskreis (AK) Georgswerder, der bis heute politisch mitmischt. Man focht für die Wohnsiedlung Hövel und gegen den Wohnpark Dove-Elbe, verhinderte, dass Kleingärten zu Gewerbeflächen umgewandelt wurden und kämpfte für den Erhalt des Schulstandorts Rahmwerder Straße. Auch der Abriss des historischen Schulgebäudes konnte verhindert werden. Schors: „Dort entsteht jetzt das Künstlerhaus Georgswerder.“
Zurzeit entwirft sie gemeinsam mit anderen das „Zukunftsbild Georgswerder 2015“, ein IBA-Projekt. Woher kommt all die Motivation? „Unser Staat mit seiner Demokratie gestattet alle Facetten bürgerschaftlichen Engagements, die sollte jeder Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten nutzen“, betont Schors. Bleibt neben der ganzen politischen Arbeit überhaupt noch Zeit für Entspannung? „Dabei kann ich mich bestens entspannen“, sagt sie, räumt aber ein, gerne etwas mehr Zeit für sich selbst haben zu wollen. Schors: „Etwas mehr Zeit zum Lesen, Malen, Sporttreiben und Reisen wäre schön!“
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