Senator Horch will noch eine Autobahn durch Wilhelmsburg

Hafenquerspange - östlicher Abschnitt
 
A 26 Hafenquerspange - Linienbestimmte Trasse mit geplanten Bauabschnitten

Die Hafenquerspange soll als A 26 für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet werden, Bürgerbeteiligung ist nicht vorgesehen

Die seit 1979 geplante Hafenquerspange zwischen der A 1 und der A 7 im Norden Wilhelmsburgs über den Spreehafen ist verhindert worden. Nun will Senator Horch sie für den Süden anmelden entsprechend einer 2010 von der Senatorin Hajduk durchgesetzten Linienbestimmung.

Die Autobahn soll von einem Autobahnkreuz der A 26 (von Stade) mit der A7 durch Moorburg und über die Hohe Schaar geführt werden. In Hochlage soll sie dann in einer Dreifachtrasse zwischen der Hafenbahn und der Kornweide verlaufen. Östlich der Wilhelmsburger Reichsstraße führt sie ein Stück in einen Tunnel und einen Trog und endet mit einem Autobahndreieck zur A 1 - neben Kinderbauernhof und der Großsiedlung Kirchdorf-Süd.

Die Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan bedeutet noch nicht, dass gebaut wird. Darüber wird erst in einigen Jahren vom Bund entschieden. Aber sie bedeutet Stillstand für jegliche Stadtentwicklung im Umfeld der Trasse und unsicheres Wohnen für die betroffenen Bewohner.

„Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist nicht vorgesehen“


Das erklärt der Senat auf eine Bürgerschaftsanfrage. Und dies, obwohl ausdrücklich behauptet wird, die Autobahn hätte Vorteile für die Stadtentwicklung durch eine „Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastungen und der Trennwirkungen in innerstädtischen Wohnquartieren“. Ob die Bürger diese Vorteile auch so sehen, werden sie nicht gefragt.

Der Senat verweist auf eine vermeintliche spätere Beteiligung durch den Bund. Diese aber soll erklärtermaßen aus Werbeveranstaltungen nach dem Vorbild der Reichsstraßen-Propaganda durch die Autobahnplanungsgesellschaft DEGES bestehen.

Die Verweigerung einer von Hamburg verantworteten Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine Ohrfeige für die Stadtentwicklungsbehörde und deren Arbeitsgruppe „Sprung über die Elbe“, die gerade in einem aufwändigen Verfahren ihren Willen zur Beteiligung der Bürger Wilhelmsburgs und der Veddel an allen Fragen, die die Entwicklung der Elbinsel betreffen, unter Beweis stellen will.

IBA: „Weitere Verkehrsinfrastrukturen stehen im Widerspruch zum „Sprung über die Elbe“.


Die Anmeldung ist auch eine Provokation für die Internationale Bauausstellung, deren Verkehrsplaner Prof. Dr. Topp die Hafenquerspange als „Kurzschluss statt Lückenschluss“ bezeichnet hat mit dem Hinweis, dass die Elbinsel weitere Zäsuren und Barrieren nicht verträgt.

Der IBA-Chef Uli Hellweg hat noch beim IBA-Forum am 19.11.2012 öffentlich beteuert, dass die IBA zugunsten der Stadtentwicklung eine klare Position gegen die Hafenquerspange beziehen würde.

Ich gehe hoffnungsvoll davon aus, dass

- die Stadtentwicklungsbehörde eine tatsächliche Bürgerbeteilgung vor einer eventuellen Anmeldung der Hafenquerspange/A26 durch Hamburg durchsetzen wird und

- die IBA Hamburg mit einer klaren Stellungnahme gegen die Pläne des Senators für eine zusätzliche Autobahn durch Wilhelmsburg reagieren wird.

Mehr Informationen und Quellen

sind zu finden in www.hafen-quer-spange.de
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