Senat plant Ost-West-Autobahn quer durch Hamburg nach dem Muster der 1940er Jahre

Lösungen für den Hafenverkehr, den Fernverkehr und die Pendler statt neuer Autobahn mitten durch Hamburg
 
Geplante und gebaute Autobahnen im Hamburger Schulatlas von 1943 - im Original mit roten Strichlinien, hier in weiß hervorgehoben.

Die Planung der A26-Ost, einer Autobahn von Moorburg durch Wilhelmsburg nach Kirchdorf, wird immer konkreter. Langgediente Politiker freuen sich, weil nun endlich ihre Vorstellungen von Hafenquerspange (1978) oder Autobahnring (1943) Wirklichkeit werden könnten. Für den Verkehr von 2040 brauchen wir aber anderes als eine Umsetzung der Autobahnpläne von 1940.

Dabei geht es um den Schwerlastverkehr von und zum Hafen sowie den Ost-West-Fernverkehr zwischen der künftigen Autobahn A26 von Stade und dem Osten, z.B. Lübeck und Berlin. Für die Belastung Hamburgs ist besonders wichtig, dass nicht noch mehr Pendlerverkehr in die Stadt hinein kommt, sondern es einen attraktiven Öffentlichen Schienenverkehr für den Pendlerverkehr gibt.

Lösungen sind deshalb:

1. Besserer und stadtverträglicher Hafenverkehr

  1. Erneuerung der Köhlbrandquerung bis 2030. Das kann der Neubau einer Brücke sein, ein Tunnel oder aber - am besten - der Erhalt der Köhlbrandbrücke für PKW und Fahrräder und ein spezieller Tunnel für Schwerstlastverkehr, der die Köhlbrandbrücke auf Dauer überfordert. Dabei können Möglichkeiten des Autonomen Fahrens gerade bei dem LKW-Verkehr genutzt werden, die sicheren und zügigen Verkehr auf weniger Fläche ermöglichen.
  2. Tunnel vom Veddeler Damm im Hafen zur A252, wie er für Olympia geplant und als machbar untersucht worden. Er führt zu weniger LKW-Verkehr durch die Veddel.

2. Stadtverträglicher Fernverkehr

Wie in jede andere Großstadt muss Hamburg umfahren werden. In der Vergangenheit wurde der Fehler gemacht, dass jede Autobahn mitten durch Hamburg führte. Das hat zu der unerträglichen Situation der A7 geführt, die nun durch Autobahn-Deckel gemildert werden soll. Im Süden ist die Umfahrung möglich von der A26 über die A7, die A39 bei Maschen und die A1. Die A7 soll ohnehin ausgebaut werden, der Ausbau der A1 in diesem Abschnitt steht im Bundesverkehrswegeplan.

3. Besserer ÖPNV für Pendler*innen

  1. S-Bahn verstärken: S32, mehr und längere Züge, neue Stationen Süderelbe und Bostelbek;
  2. besserer Park&Bike, Park&Ride und ÖPNV-Anschlüsse;
  3. U-Bahn 4 verlängern als Hochbahn durch Wilhelmsburg nach Harburg bei Nutzung der Trasse der jetzigen Wilhelmsburger Reichsstraße

Uli Hellweg, Chef der Internationalen Bauausstellung Hamburg: "Die Elbinseln brauchen keine weitere Autobahn"

In einer Schrift zum Abschlied von Jörn Waltrer aus dem Amt des Oberbaudirektors antwortet Uli Hellweg 2017 auf die Frage „Wie ist die Verknüpfung der Gebiete nördlich und südlich der Elbe gelungen?“

„Die Anbindung muss verbessert werden über die Verlängerung der U4. Ich habe immer bedauert, dass die Linie an den Elbbrücken endet und Wilhelmsburg und darüber hinaus auch Harburg nicht angeschlossen sind.
Die Elbinseln brauchen keine weitere Autobahn, es gibt genügend Nord-Süd-Zäsuren. Eine neue Autobahn in Ost-West-Richtung sehe ich sehr kritisch“
.

Aufgabe für den neuen Bundestag: Köhlbrandquerung und Autobahnplanung neu überdenken

Hamburg muss für diese Projekt beim Bund Mittele einwerben, die der Bund einspart, wenn Hamburg auf die schädliche Hafenquerspange verzichtet.
Die beiden jetzt neu gewählten  Bundestagsabgeordneten Suding und Schinnenburg hatten z.B. bereits 2012 in einem FDP-Bürgerschaftsantrag auf den engen Zusammenhang der Kosten für die Köhlbrandbrücke und die Hafenquerspange hingewiesen (Bürgerschaftsdrucksache 20/3553). Jetzt für eine gute Hafenanbindung ohne neue Autobahn zu sorgen, das wäre eine Leistung für die Zukunft Hamburgs.






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