Seit 30 Jahren stöbert hier die Nachbarschaft

Remsiye Karadag freut sich über die neue Deko für ihren Garten.

Stöberstube in der St. Raphael-Kirche feiert am Sonntag, 12. Oktober, Jubiläum

Remsiye Karadag hält lächelnd einen weißen Blumentopf und eine kleine Porzellanente hoch. „Ich suche Sachen für meinen Garten“, erzählt die Wilhelmsburgerin. Sie schaut regelmäßig in der Stöberstube der St. Raphael-Kirche vorbei. „Wenn sie etwas für den Garten haben, dann melden sie sich bei mir“, bittet sie zum Abschied. Kein Problem für Alma Weihe. Die 75-Jährige kennt alle Stammkunden. Sie arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Einrichtung in der Jungnickelstraße 21, die eine ehemalige Pastorin der Gemeinde 1984 gegründet hat – damals als Second-Hand-Laden mit einem großen Angebot an fair gehandelten und umweltfreundlichen Produkten. „Wir haben seit 30 Jahren geöffnet“, sagt Weihe stolz. Am Sonntag, 12. Oktober, um 10 Uhr wird das Jubiläum mit einem Gottesdienst gefeiert. Anschließend gibt es einen Imbiss, für 17 Uhr ist ein Konzert in der Kirche geplant (siehe Infokasten).
Die Stöberstube ist freitags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Jeden Freitag ist Weihe die erste vor Ort, schließt den Raum im Keller des Gemeindehauses auf und stellt die Kleiderständer raus. „Die gehen dauernd kaputt. Wir brauchen dringend neue“, sagt sie. Weihe hofft auf einen großzügigen Spender, denn ein neuer Kleiderständer ist teuer, kostet um die 100 Euro. Auch viele der Kleidungsstücke, die in dem kleinen Raum und dem Gang zur Treppe stehen, waren den Marken-Etiketten nach zu urteilen teuer. Wer sie in dem kleinen Laden kauft, muss nur ein paar Euro zahlen. „Wir wollen ja keinen Gewinn machen, sondern helfen“, betont Weihe.
In der Stöberstube kann jeder einkaufen. Alle Kleidungsstücke, Wäsche, Küchenutensilien und Bücher, die die zwölf ehrenamtlichen Helferinnen hier verkaufen, wurden gespendet. „Es kommen jede Woche neue Spenden“, freut sich Weihe und erklärt: „Die Deutschen haben Hemmungen herzukommen, aber sie spenden gerne.“
Stattdessen kämen viele Türken, Afrikaner und Russen in die Stöberstube. Und Obdachlose. Die müssten natürlich nichts bezahlen, sagt Weihe. Das gilt auch für Flüchtlinge. Weihe und die anderen Helferinnen haben 13 Säcke mit Klamotten für die Erstaufnahme in Kirchdorf Süd gepackt.
Den Erlös aus dem Verkauf – pro Jahr sind das rund 3.000 Euro – spenden die Frauen an wohltätige Zwecke und unterstützen Umweltprojekte.

Herbstkonzert
Der Inselchor lädt für Sonntag, 12. Oktober, um 17 Uhr zu seinem Herbstkonzert in die St. Raphael-Kirche, Wehrmannstraße 7, ein. Eintritt frei.
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