Seilbahn wackelt

So könnte die Seilbahn in luftiger Höhe über Hamburg schweben. (Foto: Stage Entertainment)

Trotz Bedenken von HPA und Wirtschaftssenator: Stage Entertainment verfolgt das Projekt weiter

von Angela Dietz

Die Pläne für eine Seilbahn von St. Pauli über Steinwerder bis Wilhelmsburg sind wieder einmal ins Stocken geraten. Bis zum Beginn von igs und IBA im kommenden Jahr sei die Touristenattraktion laut Wirtschaftssentor Frank Horch nicht mehr zu realisieren. Ist die Seilbahn damit gestorben?
Treibende Kraft für das Projekt sind der Musical-Betreiber Stage Entertainment und der Seilbahnbauer Doppelmayr. Die Investitionskosten für die rund 5,2 Kilometer lange Gesamtroute liegen bei 50 Millionen Euro. Nachdem jedoch zunächst die Hamburg Port Authority (HPA) Bedenken anmeldete, sieht nun auch der Wirtschaftssenator nur noch eingeschränkte Chancen für den Bau. „Ich würde dem nördlichen Teil eine größere Chance zumessen als dem südlichen“, erläuterte Horch dem TV-Sender Hamburg 1.
Kritisch sieht HPA das Seilbahn-Projekt vor allem wegen der hafenfremden Nutzung und des technischen Betriebs. Was das genau heißt, war von HPA nicht zu erfahren. Spekulieren könnte man, ob der südliche Abschnitt dem Ausbau des mittleren Freihafens in die Quere käme. Denn der verliefe haarscharf neben den Flächen des geplanten Terminalausbaus. „Außerdem gibt es noch gar keinen offiziellen planungsrechtlichen Antrag“, betont HPA-Sprecher Alexander Schwertner.
Stage Entertainment wie Doppelmayr halten laut Sprecherin Ursula Fröhlingsdorf bislang an dem Vorhaben für die gesamte Strecke fest. Dass eine Realisierung bis 2013 unrealistisch ist, scheint das Unternehmen nicht zu stören. „Das ist schade, aber nicht entscheidend für das Projekt“, findet die Stage-Sprecherin, „da das Gelände und der gesamte Stadtteil weiterhin und auf attraktive und umweltschonende Weise erreichbar sein sollten.“ Die Nordstrecke sei zudem auch ohne Südstrecke sinnvoll, umgekehrt nicht.
Insgesamt drei Stationen würde die Bahn in luftiger Höhe verbinden, St. Pauli, Steinwerder und Wilhelmsburg. Für Musical- und künftige Gartenschaubesucher wäre eine Seilbahn attraktiv. Auf Steinwerder steht das Stage-Musicalzelt. Die Station auf der Elbinsel läge am Reiherstieg-Knie, in unmittelbarer Nähe zum Westeingang der igs. „Wir hoffen in Kürze auf ein klares Signal der Stadt“, erklärt Fröhlingsdorf.
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