Schwimmverein sauer: Trainingszeiten gekappt

Die Wilhelmsburger wollen ihre alten Trainigszeiten zurückhaben: Dirk Tatge (Vorsitzender des SV Wilhelmsburg, v.r.), Marcel Schlag (Leiter der Schwimmabteilung), Michael Weinreich (SPD), Till-Jonas (8) und Kim-Julie (6).

Obwohl das neue Hallenbad viel größer ist, hat der SV Wilhelmsburg jetzt weniger Bahnen

Mit diesen Problemen haben die Wilhelmburger Wassersportvereine nicht gerechnet: Das neue Schwimmbad am Kurt-Emmerich-Platz ist nicht nur schöner und moderner als die alte Halle in der Dratelnstraße, sondern vor allem größer: Sechs 25-Meter-Bahnen zusätzlich stehen nun zur Verfügung. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir mehr Trainingszeiten als vorher anbieten können“, sagt Dirk Tatge, Vorsitzender des SV Wilhelmsburg. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Der Grund: Hamburgs Wasserballer, die vorher in Wandsbek trainierten, nutzen den Wilhelmsburger Riesen-Pool mit zwölf 25-Meter-Bahnen jetzt als Landesleistungszentrum. Dadurch ist deutlich weniger Platz im Wasser, weshalb die Trainingszeiten für alle anderen Nutzer der Halle neu vergeben werden mussten. Das Nachsehen haben dabei Vereine wie der SV Wilhelmsburg, der TuS Harburg sowie Betriebssportvereine, deren Zeiten beschnitten wurden.
„Bei den Kindern ist ein ganzer Trainingstag einfach weggefallen, ohne Angabe von Gründen“, ärgert sich SV Wilhelmsburg-Chef Dirk Tatge. Bei den Erwachsenen sieht es nicht besser aus: Deren Schwimmtraining wurde komplett gestrichen! Statt auf der Elbinsel sollen die Männer und Frauen nun einmal pro Woche im Dulsbergbad in Wandsbek trainieren, wo seit dem Weggang der Wasserballer Bahnen frei sind. „Aber wer einem Wilhelmsburger Verein beitritt, will doch nicht durch die halbe Stadt fahren!“, sagt Marcel Schlag, Leiter der Schwimmabteilung.
Der SV Wilhelmsburg will seine alten Trainingszeiten zu- rückhaben und hofft nun auf die Politik. Michael Weinreich (SPD) unterstützt die Schwimmer, will zur Not den Bezirksamtsleiter ins Boot holen: „Die Wilhelmsburger Vereine müssen ausreichend berückichtigt werden!“, fordert der SPDler.
Dass sich diese Forderung erfüllt, hält Thomas Ahme, Zweiter Vorsitzender des Hamburger Schwimmverbands, für unrealistisch. Durch neue Vergabekriterien beim Schwimmsport sei die Situation ohnehin angespannt, alle Vereine würden Wasserfläche verlieren. „Durch das vom Sportamt vorgegebene Verlagerungskonzept, Wasserball fast nur noch in Wilhelmsburg spielen und trainieren zu lassen, hat sich die Lage noch verschärft“, so Ahme. Doch man müsse sich an die Vorgaben halten. „Uns sind die Hände gebunden!“
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 27.04.2013 | 15:21  
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