Schutthaufen statt Kleingarten-Idyll

20 Kleingärten des Vereins „Op Schulzens Eck“ fielen der Abrissbirne zum Opfer. Nur ein paar der Kleingärtner, die ihre Lauben räumen mussten, konnten in einen der wenigen freien Gärten vor Ort umziehen.

Abriss: Rund 90 Parzellen müssen der Wilhelmsburger Reichsstraße weichen

Hier werden keine Tomaten mehr angebaut und keine Sommerfeste mehr gefeiert: Die Abriss-Arbeiten auf dem Gelände des Kleingartenvereins Op Schulzens Eck sind in vollem Gange und sollen im Februar abgeschlossen werden. Wo bisher Gemüse aus dem Boden spross, soll zukünftig die neue Brücke über den Ernst-August-Kanal verlaufen. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.
• Wie viele Gärten sind vom Abriss betroffen?
Im Zuge der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße müssen rund 90 Kleingärtner ihre Lauben auf der Elbinsel räumen. Die Stadt hatte ihnen zum 30. November gekündigt.
Dabei verliert der Verein Op Schulzens Eck im Norden der Elbinsel 20 seiner 42 Parzellen. „Das schlimmste ist, dass unser Vereinshaus auch abgerissen wird“, sagt der Erste Vorsitzende Boris Belavic. Vorübergehend werde man eine der Lauben als Ersatz nutzen, eine Dauerlösung sei jedoch noch nicht gefunden. Mit dem Abriss ist zudem die Zukunft des Vereins gefährdet. Mit so wenigen Parzellen sei es schwierig, die Anlage wirtschaftlich zu betreiben, so Belavic.
Der Kleingartenverein Süderelbe musste mehr als die Hälfte seiner rund 130 Gärten räumen. Seit Anfang Januar werden hier 71 Parzellen für die neue Anschlussstelle Kornweide abgerissen.
• Wurden die Laubenpieper entschädigt?
Ja. Nach Angaben der zuständigen Finanzbehörde hat die Stadt die Kleingärtner für den Pflanzenbestand, Anlagen und Lauben entschädigt. Deren Wert war zuvor von der Behörde für Stadtentwicklung geschätzt worden. Insgesamt sind an den Verein Op Schulzens Eck so 67.800 Euro geflossen, der KGV Süderelbe hat rund 146.600 Euro erhalten.
• Wie lange wird gebaut?
Die Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) führt die Arbeiten im Auftrag der Stadt aus. Laut Deges wird die Brücke über den Kanal ab Sommer diesen Jahres bis Ende 2016 gebaut. An der neuen Anschlussstelle Kornweide rollen die Bagger schon ab März.
• Wie werden die Kleingärtner während der Arbeiten geschützt?
Die Deges will die Nutzer der verbliebenen Kleingärten durch eine umweltschonende Bauweise vor Lärm und Staub schützen. Bei trockener Witterung und Erdbauarbeiten wird zum Beispiel Wassersprühnebel eingesetzt.
Dennoch müssen sich die Kleingärtner beider Anlagen auf Unannehmlichkeiten einstellen. Denn Fakt ist: Sie gärtnern vorerst neben Großbaustellen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.