Schülerinnen testen (Männer-)Berufe

Die Schülerinnen Simge Kurt (l.) und Betül Varol (14) lernten bei Referentin Catrin Japp den unfallfreien Umgang mit der Gartenschere.

23. Berufsfindungstage für Mädchen in der Honigfabrik

von Sabine Deh

Bei den Berufsfindungstagen für Mädchen probierten sich 90 Schülerinnen von der Nelson-Mandela- und der Bonifatius-Schule in verschiedenen Berufen aus und stellten fest, dass sogenannte Männerberufe wie Kfz-Mechaniker, Schlosser oder Schreiner durchaus ihren Reiz haben. „Die Veranstaltung ist auch im 23. Jahr brandaktuell“, betont Maren Tobel von der Honigfabrik.
Die Mädchen mussten lediglich drei Euro pro Tag für das Mittagessen bezahlen, die Kos-ten für die Referentinnen sowie das Unterrichtsmaterial finanzierten die beteiligten Schulen. Ein Teil der Projektkosten wurde mit Hilfe von Spenden beglichen. „Die klassischen Frauen-Berufe waren auch in diesem Jahr wieder sehr beliebt“, erzählt Organisatorin Nihada Moric vom Wilhelmsburger Arbeitskreis „Dolle Deerns“. Aber auch die Mädchen in der Autowerkstatt hatten nach anfänglicher Skepsis viel Spaß beim Reifen- und Ölwechsel.
Friedhofsgärtnerin Catrin Japp fertigte mit ihren Gruppen Herbstgestecke aus Blumen, Gräsern und Kerzen. Bevor es an die Arbeit ging, besuchte sie mit den Mädchen ein Blumengeschäft, wo eine Einführung in Sachen Warenkunde auf dem Programm stand. Anschließend unternahm sie mit dem Nachwuchs einen Streifzug durch einen Park. Dort wanderten einige der letzten blühenden Rosen, kleine Zweige und anderes Grünzeug in die mitgebrachten Weidenkörbe, bevor sich die Mädchen dann in der neuen Hofa-Gärtnerei an die Arbeit machten. „Vorsicht beim Umgang mit der Gartenschere, die ist sehr scharf“, warnte Catrin Japp ihre Schülerinnen. Simge Kurt (12) und Betül Varol (14) von der Nelson-Mandela-Schule wollten eigentlich in die Mode- oder Apotheken-Gruppe. Die Arbeit an der frischen Luft und das Werkeln mit Pflanzen machte ihnen am Ende aber doch viel Freude. Eine konkrete Vorstellung von ihrem späteren Job haben sie noch nicht. Beide fanden das berufliche Schnuppertraining aber höchst spannend und hilfreich bei der Wahl ihres ersten Praktikums, das im nächsten Jahr ansteht.
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