Schröderscher Hof steht wieder

Drei Jahre nach dem Abriss: Richtfest am Obergeorgswerder Deich

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Drum frage ich den Bauherrn vor aller Welt, wie ihm der Bau denn nun gefällt!“ Mit diesen Zeilen beendete Altgeselle Guido Willmann seinen Richtspruch, prostete den Gästen zu und warf sein Schnapsglas klirrend zu Boden. Die Antwort fiel Henning Cordes nicht schwer: „Gut!“, brüllte er umgehend aufs Gerüst hinauf und lud anschließend zum Richtschmaus mit Salat und heißen Würstchen ein.
Gut drei Jahre nach seinem Abriss ist der Schrödersche Hof wieder auferstanden – nur wenige 100 Meter von seinem Ursprungsplatz entfernt. Das 1760 entstandene Gebäude hatte aus Gründen der Deichsicherheit weichen müssen – lange Zeit war unklar gewesen, wo, wie und mit welchem Geld der Wiederaufbau überhaupt über die Bühne gehen sollte. Erst die Initiative von Cordes brachte die Sache wieder ins Rollen. Der „neue“ Schrödersche Hof am Obergeorgswerder Deich sieht von außen aus wie der alte Bau, bei der Innenaufteilung gibt es allerdings Unterschiede. Neu sind in jedem Fall zwei Dachgauben, die Licht in den ersten Stock bringen sollen. Im März 2012 will der Bauherr mit seiner Frau Anke und seinen beiden Söhnen Jan-Hendrik (17) und Jonas (15) einziehen.
Im Vorfeld der Bauarbeiten hatte es in erster Linie Kritik am laschen Umgang mit dem historischen Material gegeben: So waren beim Abriss schwere Baumaschinen ohne Rücksichtnahme über Holz und Mauerwerk hinweggewalzt, die dennoch konservierten Reste hatten später wochen- und monatelang im Regen gelegen. Übrig blieben am Ende die tonnenschweren Nadelholzbalken, die jetzt das tragende Gerüst des neuen Schröderschen Hofes bilden. Auch ein Teil des ehemaligen Mauerwerks wird wieder zum Einsatz kommen. Beim Wiederaufbau habe man sich nach den Plänen von vor 250 Jahren gerichtet, sagte Architekt Gerhard Schulenburg. Zusätzlich zum Haupthaus ist nebenan ein ebenfalls im Fachwerkstil gebautes „Altenteilerhaus“ entstanden – dort wird Cordes' Mutter einziehen. Die Stadt Hamburg hat das Bauprojekt mit etwa 30.000 Euro unterstützt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.